Körbel kommt mit Bommer und Weber

Mit „Eintracht-Urgestein“ Karl-Heinz Körbel schließt sich eine Leitfigur des Fußballs im Rhein-Main-Gebiet dem SC Hessen Dreieich an. Der 61-jährige Ex-Nationalspieler will in einer ehrenamtlichen Funktion als Vorstand Sport den Südhessen neue Impulse für ihren Kurs einer ganzheitlichen Begleitung von talentierten, leistungsorientierten Fußballern aus dem Umland der Mainmetropole geben.

Körbel möchte in Dreieich im Laufe der nächsten Monate sein bewährtes Konzept und Team des JFC Frankfurt einbringen und um die Komponente des planvollen Überganges von Nachwuchsspielern in den Seniorenbereich einer im Spitzen-Amateurbereich agierenden Struktur ergänzen.

„Die Voraussetzungen in Dreieich sind – nicht nur wegen des einzigartigen Sportparks – in mehrfacher Hinsicht geeignet, um ein ehrgeiziges Vorhaben zu verwirklichen“, so Körbel, den seit Jahren eine Freundschaft mit dem Dreieicher Unternehmer und SC-Hessen-Initiator, Hans Nolte (60), verbindet.

„Wirtschaftliche Stabilität ist nur ein Baustein. Die Freude an der Arbeit mit jungen Spielern, der gegenseitige Respekt in einem Team von Fachleuten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und die über das Know-How und die Mittel verfügen, dieses Ziel auch zu erreichen: das reizt mich ungemein und macht richtig Spaß“, sagt der Rekord-Bundesligaspieler, der dazu hofft, auf dem eingeschlagenen Weg auch „seiner“ Eintracht den ein oder anderen Hoffnungsträger aus dem eigenen Umland zuführen zu können.

Dass man bei den Hessen entschlossen ist, Plänen auch Taten folgen zu lassen, stellen die Dreieicher um Präsident Reinhold Gerhardt mit ihren Personalentscheidungen unter Beweis:

Rudi Bommer (58), der dafür lukrativere Angebote aus dem Profi-Bereich ausschlug, übernimmt zum 1. Januar 2016 das Amt des Sportdirektors und Cheftrainers beim Fußball-Hessenligisten. Er löst Thomas Epp (47) auf beiden Positionen ab.

Als Spieler war Bommer in über 400 Bundesliga-Spielen (davon 84 für Eintracht Frankfurt) aktiv und stand im Kader der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 1984. Als Trainer arbeitete Bommer u.a. bei 1860 München, beim MSV Duisburg, Wacker Burghausen und Energie Cottbus.

„Auch wenn der SC Hessen zur Winterpause seine sportlichen Ziele mit der 1. Mannschaft nicht erreicht hat, bleibt im neuen Jahr Zeit, um den Kader aus Spielern mit guten individuellen Fähigkeiten zu einer taktisch klug agierenden Einheit zu formen“, sagt Bommer.

„Mein Augenmerk wird aber nicht nur dem Hessenliga-Team gelten, sondern einer abgestimmten Ausbildung aller Mannschaften des SC Hessen Dreieich. Besonders freue ich mich darauf, in meinem für die Jugendarbeit verantwortlichen Team neben schon länger in Dreieich tätigen Sportfreunden, wie z.B. A-Jugend-Trainer und Ex-PSV Eindhoven-Profi Peter van Wordragen, zukünftig auf eine ganze Reihe bekannter Gesichter ehemaliger Eintracht-Spieler zu treffen, die Karl-Heinz (Körbel) für eine Mitarbeit ab der kommenden Saison begeistern konnte.“

Assistiert wird der erfahrene Chef-Coach Bommer vom künftigen Teammanager und Co-Trainer Ralf Weber (46), der bis 2001 über 200 Partien für Eintracht Frankfurt absolvierte und in 9 Länderspielen für Deutschland auflief. Zuletzt war Ralf Weber als „Scout“ für Eintracht Frankfurt tätig.

„Ich denke, dass ich mich im Amateurfußball rund um Frankfurt ganz gut auskenne und bringe die ein oder andere Idee mit“, meint der in Seligenstadt geborene Weber.

„Im Team mit einem Trainer der Klasse von Rudi Bommer arbeiten zu können, das ist für mich eine tolle Erfahrung. Dass dazu jeden Tag ein enger Kontakt zu den „Kids“ im Sportpark gegeben ist, passt perfekt in das Bild der ´familiären Profis´, das wir in Dreieich leben wollen. Natürlich kann ich aber auch den Aktiven mit Erfahrungen aus meiner eigenen, ja nicht immer ´leidensfreien´, 12-jährigen Zeit als Eintracht-Profi ein Freund und Ratgeber sein.“