Die Entwicklung der Spieler steht im Vordergrund

Die erste Mannschaft des SC Hessen Dreieich hat an diesem Samstag spielfrei. Während das Team von Rudi Bommer durch die unglückliche Verlegung des Lohfelden-Heimspiels zum Verschnaufen gezwungen ist, richtet sich unser Blick auf die Jugend, die an diesem Wochenende mit fünf Teams im Einsatz ist. Im Interview äußert sich Jugendkoordinator Manuel Hiemenz zur Aktualität und spricht über die Ziele des SCHD-Nachwuchses.

Manuel, die Fusion mit dem JFC Frankfurt liegt inzwischen einige Monate zurück, die Jugendmannschaften sind voll im Spielbetrieb. Wie sieht deine Zwischenbilanz aus?

Besser als erwartet. Uns war klar, dass die erste Saison ein Übergangsjahr wird. Wir mussten Spieler und Trainer beider Vereine integrieren und dabei unterschiedlichsten Interessen gerecht werden. Aufgrund des sich ziehenden bürokratischen Fusionsvorgangs war auch lange unklar, ob wir die höheren Spielklassen des JFC behalten würden oder nicht. Folglich war die Kaderplanung extrem schwierig und wir müssen mit allen Jugendmannschaften erstmal Fuß fassen und wachsen. Aber wenn man sich nun anschaut, wie sich insbesondere die U17 und U19 unter der Leitung von Holger Anthes bzw. Youssef Mokhtari in den Gruppenligen verkaufen, ist das mehr als ordentlich.

Du sprichst es an, die beiden älteren Teams liegen gut im Rennen. Was ist in dieser Saison noch drin?

Das wird sich zeigen. Nun gilt es erstmal die Form zu halten und bis zum Winter oben dran zu bleiben. Wenn es dann realistisch ist, dass wir Aufstiegschancen haben, werden wir auch alles daran setzen, diese zu nutzen. Und wenn es nicht klappt, geht die Welt auch nicht unter. Die Entwicklung der Spieler steht im Vordergrund.

Rudi Bommer hat die Tage im FR-Interview den Traum geäußert, die A-Jugend langfristig in der Junioren-Bundesliga spielen zu sehen. Wie soll dieses Ziel erreicht werden?

Schritt für Schritt, wir brauchen und nehmen uns die Zeit. Zunächst gilt es, die Strukturen auf allen Ebenen der Jugendarbeit zu schaffen, um nachhaltig jede Saison Talente aus den eigenen Reihen in die nächste Altersstufe zu führen. Die Infrastruktur im Hahn Air Sportpark ist hierfür bereits überragend, muss aber auf lange Sicht noch weiter ausgebaut werden.

Für solch ambitionierte Ziele müssen die Kader aber auch von außen hochwertig verstärkt werden…

Das steht außer Frage. Im Moment befinden wir uns in der Aufbauphase und werden von außen sehr aufmerksam beobachtet. Wenn die Spieler der Region sehen, was hier entsteht und mit welcher Akribie wir arbeiten, wird auch der qualitativ hochwertige Zulauf Fahrt aufnehmen. Unser breit gefächertes Netzwerk kommt uns dabei zugute. Und dann muss man natürlich realistisch bleiben: Je höher es geht, desto schwieriger wird es, sich in den Ligen zu etablieren und weiter nach oben zu kämpfen. Zumal dann auch unsere Topspieler für andere höherklassig spielende Vereine hochinteressant werden. Wir werden also noch ein wenig Geduld brauchen, bis der Traum wahr wird.

Was kann man tun, um talentierte Spieler dauerhaft in Dreieich zu halten?

Die Situation bei Hessen Dreieich ist erstmal grundlegend anders als damals beim JFC. Dort hatten wir keine Heimat, kein Vereinsgelände und keine erste Mannschaft. Spätestens nach der U19 gab es im Verein keinen Anschluss mehr nach oben. Das führte dazu, dass sich Spieler schon frühzeitig nach anderen Vereinen umschauten oder abgeworben wurden. Hier in Dreieich haben wir ganz andere Argumente, um talentierte Spieler dauerhaft zu binden, auch weil es mit der ersten Mannschaft eine äußert attraktive Perspektive gibt. Von der Jugend den Sprung in die Hessenliga zu schaffen, ist eine reizvolle Herausforderung und ganz sicher ein guter Grund um zu bleiben. Nichtsdestoweniger definieren wir uns weiterhin als Ausbildungsverein. Wenn sich unseren Spielern auf ihrem Weg durch die Jugend die Chance bietet, den Sprung in die Nachwuchsleistungszentren zu schaffen, dann sehen wir das auch als Bestätigung unserer Arbeit.

Sprechen wir über die C- und D-Junioren. Die U15 von Ervin Skela hat eine schwere Saison zu bestreiten…

Das war allen Beteiligten klar. Die Verbandsliga ist zurzeit die höchste Spielklasse des Vereins und die eingangs angesprochenen Planungsschwierigkeiten zu Saisonbeginn fordern ihren Tribut. Umso höher ist die super Arbeit von Ervin Skela anzuerkennen, der das Schiff auf Kurs hält. Wenn die U15 am Ende der Saison den Klassenerhalt geschafft hat – und davon sind wir alle überzeugt – ist das Ziel für das erste Jahr erreicht. Für Vladi Vujancevic und seine U14 ist die Maßgabe ausschließlich, Spieler für die nächste Saison weiterzuentwickeln.

Die U13 hat am Wochenende ein richtungsweisendes Spiel vor der Brust: Bei Viktoria Preußen muss am Samstag ein Dreier her, um sich aus der Gefahrenzone der Gruppenliga zu bringen. Wie wird das gelingen?

Der Start der U13 war zugegeben ein wenig holprig. Inzwischen ist das Team unter Jens Mlaka und Daniel Friedlein aber wesentlich stabiler und wir sind zuversichtlich, dass der Befreiungsschlag gegen Preußen gelingen wird. Auch hier gilt, dass wir uns im ersten Jahr konsolidieren wollen. Die Gruppenliga ist in der D-Jugend der höchste Wettbewerb und natürlich ist es unser Anspruch, mittelfristig eine gute Rolle darin zu spielen.

Dieser Ausblick rückt die derzeitige U12 ins Blickfeld, die in der nächsten Saison für die Umsetzung Sorge zu tragen hat. Das Team von Norbert Nachtweih spielt in der Kreisklasse um den Aufstieg. Alles im Lot also?

Für die U12 gilt genau das: Die Spieler auf Gruppenliga-Niveau zu bringen. Das gelingt natürlich am besten, je höher man spielt, weswegen wir definitiv lieber früher als später in die Kreisliga aufsteigen wollen. Im Sommer sind wir mit unserem jungen Jahrgang noch unglücklich im Qualifikationsturnier gescheitert. Jetzt unternehmen wir also den nächsten Anlauf und da befindet sich die Mannschaft augenblicklich im Soll.

Vielen Dank für das Gespräch!

(mb)