Reljics Sonntagsschuss reicht für einen Punkt

Erstmals in der aktuellen Saison reist der SC Hessen nicht mit voller Punkteausbeute von einem Auswärtsspiel nach Hause. Nach einem Match mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten, kann die Truppe von Trainer Rudi Bommer mit dem 1:1-Unentschieden beim heimstarken TSV Lehnerz aber zufrieden sein.
Einen Rückschlag musste der Tabellenführer der LOTTO Hessenliga bereits kurz vor der Partie einstecken, als Kapitän Niko Opper das Warmmachen abbrechen musste und zurück in die Kabine humpelte. Der Einsatz des 24-Jährigen Verteidigers war nicht mehr möglich, für ihn rückte Jörn Kohl in die Anfangsformation, Danny Klein übernahm die Opper-Position hinten rechts.

Die zu Hause ungeschlagenen Gastgeber wollten ihren Heimnimbus verteidigen und die derbe 0:5-Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machen. Dies sollte durch eine stabile Defensive erreicht werden, die Initiative überließen die Osthessen der Bommer-Elf. Diese Rechnung schien zunächst überhaupt nicht aufzugehen: Schon in den ersten Minuten erspielte sich der SC Hessen gute Gelegenheiten und als Spielgestalter Toni Reljic schon in der 7. Minute mit einer wundervollen Direktabnahme aus 16 Metern die Dreieicher Führung erzielte, wurde dem Großteil der 250 Zuschauer an der Richard-Müller-Straße Angst und Bange.

Dreieich blieb auch das spielbestimmende Team und schnürte den harmlosen Gastgeber in der eigenen Hälfte ein. Die Spieler des Spitzenreiters waren immer einen Schritt schneller und erstickten die Angriffsversuche der Hausherren mit konsequentem Pressing bereits im Keim. Einzig die überfällige Erhöhung des Spielstands wollte nicht gelingen. Die größte Chance hierzu hatte erneut Reljic, dessen Kopfball in der 45. Minute aber wenige Zentimeter neben dem Gehäuse der Osthessen landete, die mit dem knappen Rückstand zur Pause gut bedient waren.

Offenbar fand Lehnerz-Coach Marco Lohsse in der Kabine die richtigen Worte, nach dem Seitenwechsel kam der TSV jedenfalls besser ins Spiel und der SC Hessen verlor den Faden. Der Ausgleich lag in der Luft, wurde aber letztlich vom Ligaprimus hergeschenkt: Gavrics unglücklichen Rückpass konnte Torhüter Paul Jivan nicht vernünftig verarbeiten und sein Abspiel landete vor den Füßen des eingewechselten Renato Tusha. Der sagte brav danke und legte für den einschussbereiten Marcel Trägler auf, der keine Mühe hatte den inzwischen verdienten Ausgleich zu erzielen (68.).

In der Folge bekamen beide Mannschaften Gelegenheit, den Lucky Punch zu setzen: Zunächst hätten Trägler und Reith auf Seiten der Gastgeber nach feinem Zusammenspiel in der 72. Minute das Match auf den Kopf stellen können. Die Gäste wiederum, die ab der 85. Minute in Überzahl spielten, bekamen in der Nachspielzeit durch Youssef Mokhtari die Riesenchance zum Siegtreffer. So blieb es letztlich beim alles in allem leistungsgemäßen Unentschieden.

(mb/sg)

 

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Insgesamt ein gerechtes Ergebnis. Natürlich bin ich mit der ersten Halbzeit zufrieden, wir haben stark begonnen. Unser Pressing hat funktioniert und wir konnten uns die entsprechenden Räume erarbeiten. In der zweiten Halbzeit waren wir dann zu nachlässig. Das Gegentor darf so natürlich nie passieren. An das Thema Aufstieg verschwenden wir zurzeit keinen Gedanken. Wir müssen nicht aufsteigen. Unser Fokus liegt ganz klar in der Jugendarbeit.“