Dreieich hält Stadtallendorf auf Distanz

Punkteteilung im Herrenwald: Im Topspiel der LOTTO Hessenliga trennten sich die beiden Titelfavoriten 2:2-unentschieden. Der Tabellenführer konnte dabei in Gestalt von Ljubisa Gavric zweimal einen Rückstand egalisieren.

Nach dem mühsamen 3:0 gegen den SV Steinbach stellte Rudi Bommer seine Mannschaft auf zwei Positionen um: Der wiedergenesene Denis Talijan rückte für Julian Dudda ins Abwehrzentrum, Torjäger Tino Lagator ersetze Marco Di Maria im Sturm. Bei der Eintracht musste Dragan Sicaja auf seinen gesperrten Stammtorhüter Hrvoje Vincek verzichten. Für ihn stellte sich Manuel Bachmeier zwischen die Pfosten. Darüber hinaus kamen Jascha Doeringer und Erdinc Solak für Kevin Bartheld und Damijan Heuser.

Das Spiel begann munter, schon in der vierten Minute kam Dreieich das erste Mal gefährlich in den Strafraum, Lagator verpasste im Zentrum allerdings die Hereingabe von Lekaj, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte. Bei den Gastgebern kam Daniel Vier kurz darauf zum Abschluss, der aber knapp am rechten Pfosten vorbeizog. Beide Mannschaften waren gewillt, die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, die Dreieicher versuchten das über ihr bewährtes Kurzpassspiel, Stadtallendorf operierte vermehrt mit langen Bällen und Gegenpressing.

Nach der guten Anfangsphase verflachte die Partie ein wenig: Beide Teams standen nun kompakter und neutralisierten sich weitestgehend. Das Hauptgeschehen fand im Mittelfeld statt, Strafraumszenen waren spärlich  gesät. Erst nach einer halben Stunde gab Dreieichs Captain Niko Opper mit einem Schuss aus 20 Metern Torentfernung wieder ein Lebenszeichen ab und läutete damit die entscheidende Phase der ersten Hälfte ein.

Allerdings war es nicht der Tabellenführer, der nun das Heft des Handelns in die Hand nahm, sondern der Verfolger aus Stadtallendorf. Zwischen der 31. und 34. Minute kamen die Herrenwälder zu drei Chancen, von denen eine zur 1:0-Führung genutzt werden konnte. Zunächst setzte Daniel Vier einen artistischen Fallrückzieher knapp über das Tor, dann führte ein erneuter Versuch zum Eckball, den wiederum Daniel Völkel völlig freistehend einnicken konnte.

Die Führung der Eintracht kam zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Druckphase nicht überraschend und auch nicht unverdient zustande. Dreieich fand im ersten Durchgang keine passende Antwort mehr, einzig Amiri ließ noch einmal aufblicken, als er sich kurz vor der Pause auf der rechten Seite durchsetzen konnte, allerdings keinen Abnehmer für seine Hereingabe fand. So ging es mit dem Vorteil für die Gastgeber in die Kabine.

War die erste Halbzeit noch nicht wirklich der erhoffte Leckerbissen, hielt der zweite Durchgang dafür umso mehr, was man sich von diesem Topspiel versprochen hatte: Es gab einen offenen Schlagabtausch, hochkarätige Chancen hüben wie drüben, drei weitere Treffer und eine aufregende Schlussphase. Den ersten Jab setze der Tabellenführer: Innenverteidiger Ljubisa Gavric stieg nach einer Mokhtari-Ecke am höchsten und konnte schon in der 52. Minute den Ausgleich erzielen.

Dann war Tino Lagator in der 60. Minute plötzlich allen enteilt und lief alleine auf Manuel Bachmeier zu. Normalerweise lässt sich der Kroate bei einer solchen Gelegenheit nicht zweimal bitten, diesmal allerdings schien er sich nicht richtig entscheiden zu können, zögerte zu lange und ließ sich den Ball vom Fuß pflücken. Statt in Front zu gehen, geriet der Tabellenführer daraufhin erneut ins Hintertreffen, als Ceyhun Dinler nach einer Ecke von einem Querschläger profitierte und das 2:1 erzielten konnte (65.).

Die Dreieicher, die keineswegs gewillt waren, hier als Verlierer vom Platz zu gehen, erhöhten daraufhin die Schlagzahl. Der formstarke Loris Weiss hatte eine gute Gelegenheit zum Abschluss zu kommen, dribbelte sich aber fest, bevor es in der 73. Minute erneut Gavric war, der bereits das vierte Tor nach einer Ecke in diesem Spiel erzielte. Zwei Minuten später sorgte wieder Loris Weiss für Gefahr, als er sich im Strafraum durchsetzen konnte. Allerdings konnte der Gegner noch entscheidend stören, so dass Weiss nicht genügend Druck hinter den Ball bekam (75.).

In der Schlussviertelstunde brachte Rudi Bommer noch Julian Dudda und Khaibar Amani, um den letzten Angriff auf die drei Punkte zu starten. Youssef Mokhtari zog den Karren und schaltete sich nun mit Vehemenz in die Offensive ein, was sowohl den Druck auf Stadtallendorf erhöhte, als auch Räume für die Gastgeber schaffte um zu kontern. In der 88. Minute hatte die Eintracht den Torschrei auf den Lippen, der Hacken-Versuch des TSV strich jedoch um Zentimeter am Pfosten vorbei. So blieb es am Ende beim leistungsgerechten 2:2, mit dem der SC Hessen sicher besser leben kann, als der Verfolger, der nun von Rot-Weiss Frankfurt kassiert wurde.

 

(mb/sg)