Dreieich macht Ausrutscher vergessen

Der SC Hessen Dreieich ist zurück in der Erfolgsspur. Gegen den KSV Baunatal siegte die Bommer-Elf am Donnerstagabend nach Toren von Amani (23.), Weiss (53./85.) und Mokhtari (58.) auch in der Höhe verdient mit 4:0.

Nach der überraschenden Niederlage in Seligenstadt war der SC Hessen Dreieich gegen den KSV Baunatal auf Wiedergutmachung aus. Rudi Bommer änderte seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche auf einer Position: Jörn Kohl rückte für Alban Lekaj in die Verteidigung. KSV-Coach Tobias Nebe schickte die gleiche Startelf ins Rennen wie zuletzt gegen Rot-Weiss Frankfurt.

Das erste Ausrufezeichen des SCHD gab es nach drei gespielten Minuten: Amani legte am Strafraum nach einer Talijan-Flanke für Amiri ab, dessen Schuss Keeper Pascal Bielert zur ersten Parade zwang. Auch in der weiteren Anfangsphase bestimmte der Tabellenführer das Geschehen und kreierte einige Halbchancen, ohne dabei die letzte Konsequenz an den Tag zu legen.

Ab der 20. Minute wurde es dann langsam ernst. Zunächst verzeichnete Amani die bislang beste Chance des Spiels, seine Direktabnahme strich aber knapp am Gehäuse vorbei. Nur drei Minuten später machte der afghanische Nationalspieler es besser und köpfte eine Mokhtari-Ecke am zweiten Pfosten aus kürzester Distanz zur 1:0-Führung ein (23.).

Beflügelt vom Treffer bestimmte Dreieich auch im Anschluss das Geschehen. Baunatal wurde tief in die eigene Hälfte gedrückt und Mokthari hatte mit einer Doppelchance das 2:0 auf dem Fuß: Zunächst legte er sich den Ball unmittelbar vor der Strafraumlinie zurecht, zog flach rechts ab und fand seinen Meister in Bielert (28.). Kurz darauf kam er am Fünfmeterraum bedrängt zum Abschluss und schoss knapp am rechten Pfosten vorbei (30.).

Die Schlussviertelstunde der ersten Hälfte, in der Dreieich statistisch die meisten Gegentore kassiert und Baunatal die meisten eigenen Treffer erzielt, verstrich ereignislos und so ging es mit 1:0 in die Pause.

Unverändert starteten beide Seiten in den zweiten Durchgang, der gleich mit viel Feuer begann: In der 48. Minute nahm SCHD-Kapitän Niko Opper nach einer per Kopf geklärten Ecke an der Strafraumgrenze Maß und nagelte den Ball mit seinem sehenswerten Volley an die Unterkante der Latte. Von dort aus prallte der Ball vor der Torlinie auf, so dass es vorerst beim 1:0 blieb. In der 52. Minute kam dann Mokthari über die linke Seite und brachte seine Flanke präzise an den Fünfer, wo Amiri völlig freistehend den Ball nicht richtig traf und so die große Chance zur höheren Führung vergab.

Lange musste sich der Tabellenführer nicht wegen der vergebenen Chancen grämen. Nur eine Minute später spielten Alikhil und Amiri Loris Weiss links im Strafraum frei. Die Dreieicher Nummer 19 blieb aus acht Metern cool und überwand den Torhüter mit seinem 7. Saisontreffer zum verdienten 2:0 (53.).

Dreieich war in der Folge sehr dominant, ließ dem Gegner kaum Raum zur Entlastung und kam folgerichtig wenig später zum nächsten Treffer: Jörn Kohl flankte von der rechten Seite in den Strafraum, Amani verpasste in der Mitte und Mokthari erhöhte mit beiden Knien gegen die Laufrichtung des Keepers auf 3:0 (58.).

Nach dieser Vorentscheidung verflachte die Partie ein wenig. Es dauerte bis zur 74. Minute, ehe Alikhil mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze wieder einen Torschuss abgab, der allerdings zu mittig aufs Tor zog und von Bielert weggefaustet werden konnte. Unmittelbar im Gegenzug konnte Baunatal seine erste Torchance verbuchen, doch der Schuss von Bravo-Sanchez strich um Millimeter am linken Pfosten von Maurice Paul vorbei. (75.). Wieder eine Minute später konnte sich der eingewechselte Alban Lekaj nicht entscheiden, ob er schießen oder flanken wollte. Der Klärungsversuch der Baunataler landete bei Mokthari, der direkt abzog, das Tor aber knapp verfehlte (76.).

In der 85. Minute machte der Ligaprimus dann den Deckel drauf: Nach einem Drei-gegen-Zwei-Konter wurde Loris Weiss rechts angespielt, fackelte nicht lange und schoss den Ball diagonal zum 4:0 ein. Danach war Schluss. Der Sieg ging auch in dieser Höhe völlig in Ordnung, Dreieich war von Beginn an die dominante Mannschaft, zeigte den zuletzt vermissten Kampfgeist und verteidigte den Vorsprung in der Tabelle. Einziger Wermutstropfen: In der 65. Minute musste Zubayr Amiri mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden, nachdem er einen Sprint abgebrochen und sich an den Oberschenkel gegriffen hatte. Wenn sich die Diagnose bestätigt, könnte die Saison für ihn gelaufen sein.

 

Stimmen zum Spiel:

Tobias Nebe (Trainer KSV Baunatal): „Wir sind nach Dreieich gefahren und wollten schon gerne einen Punkt mitnehmen. Wir wollten es anders als im Hinspiel machen und lange die Null halten. In der ersten Halbzeit haben wir auch ganz gut dagegen gehalten. Aber wir haben heute einen Gastgeber gesehen, der hochkonzentriert und sehr aggressiv war. Man hat gemerkt, dass Wiedergutmachung angesagt war, da waren wir heute die Leidtragenden. Leider muss ich sagen, dass wir heute echt chancenlos waren.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir haben heute Wiedergutmachung betrieben, nachdem wir in Seligenstadt ein wirklich schlechtes Spiel gezeigt haben. Das sind wir unter der Woche angegangen. Wir verfolgen natürlich auch die baunataler Presse und was da so geschrieben wurde. Das lesen die Jungs natürlich auch und von daher musste ich nicht mehr ganz so viel tun. Die Jungs waren eh angeschossen und dementsprechend sehr konzentriert von Anfang an. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, auch in der Rückwärtsbewegung, was wir zuletzt etwas vermissen haben lassen. Ich muss aber bemängeln, dass wir mehere Situation besser hätten ausspielen müssen um noch das eine oder andere Tor mehr zu machen. Aber ansonsten war es eine richtig gute Leistung.“

(mb)