Heimspiel gegen den OSC Vellmar: Zurück zur letzten Konsequenz

Der Kampf um die Meisterschaft in der LOTTO Hessenliga ist offener denn je. Am Samstag gilt es für den SC Hessen Dreieich, seinen Vorteil im Fernduell mit Eintracht Stadtallendorf zu verteidigen. Gegner ist der OSC Vellmar.

Achterbahnfahrten sind eigentlich ein unbeschwertes Vergnügen. Angesichts der Berg- und Talfahrten des SC Hessen Dreieich aus Heimsiegen und Auswärtsniederlagen ist Cheftrainer Rudi Bommer allerdings alles andere als zum Lachen zumute. Die 0:2-Niederlage seiner Schützlinge bei Borussia Fulda am vergangenen Spieltag wirkte auch unter der Woche nach und gab dem Fußballlehrer zu denken.

„Wir waren über den größten Teil der Saison äußerst auswärtsstark. Inzwischen haben sich viel zu viele individuelle Patzer eingeschlichen. Die Spieler sind nicht mehr so hochkonzentriert, wie sie das noch in der Hinrunde waren. Und es fehlt die letzte Konsequenz“, so der 59-jährige. Die Ursachen sieht Bommer vor allem in der Personalsituation. Der Ausfall zahlreicher Leistungsträger wie Amiri, Klein, Fiorentino oder Reljic habe seinen Tribut gefordert. Insbesondere die Schnelligkeit über außen habe zuletzt merklich gefehlt.

Dem vorab verkündeten Aufstiegsverzicht, der von einigen Medien als Hauptgrund für die Leistungsschwankungen ausgemacht wurde, räumt Bommer dagegen bestenfalls indirekten Einfluss ein: „Im Unterbewusstsein kann so etwas natürlich seine Spuren hinterlassen. Trotzdem ist der Wille zur Meisterschaft ungebrochen. Man kann die Spiele in Seligenstadt und Fulda nicht in einen Topf werfen. In Seligenstadt waren wir grottenschlecht, in Fulda hätten wir mit etwas Fortune auch gewinnen können.“

Gut, dass der SC Hessen im heimischen Hahn Air Sportpark auch weiterhin eine Macht ist. Gegen den OSC Vellmar gilt es am Samstag, die Konkurrenz im Meisterschaftsrennen in Schach zu halten. Dass man die Nordhessen im Hinspiel mit sage und schreibe 8:0 besiegen konnte, will Bommer allerdings nicht als gutes Omen deuten: „Das wird ein völlig anderes Spiel. Vellmar musste damals die komplette Viererkette umbauen und wir haben uns in einen Rausch gespielt. Sie werden jetzt in anderer Formation auflaufen und man hat gesehen, wie teuer sie sich zuletzt gegen Stadtallendorf und Rot-Weiss Frankfurt verkauft haben.“

Personell gibt es im Vergleich zur Vorwoche wenig Entspannung. Zwar wird Daniele Fiorentino erstmals in diesem Jahr in den Kader zurückkehren, ob es allerdings schon für einen Einsatz reichen wird, ist fraglich. Keinesfalls auflaufen kann Ralf Schneider. Der 30-Jährige kämpft mit muskulären Problemen in der Wade und wird seiner Mannschaft nicht helfen können. Darüber hinaus fallen Zubayr Amiri, Tobias Grundler und Toni Reljic auch weiterhin aus.

Personalsorgen hin oder her, weitere Ausrutscher darf sich der SCHD nicht mehr erlauben. Die Rechnung, die Rudi Bommer für die Meisterschaft aufgemacht hat, beinhaltet vier Siege und ein Unentschieden. Drei Punkte gegen Vellmar sind da Pflicht. Anstoß im Hahn Air Sportpark ist um 15 Uhr.

(mb)