Dreieich erneut mit Kantersieg gegen Vellmar

Der SC Hessen Dreieich setzt seine beeindruckende Heimserie fort. Gegen den OSC Vellmar gewann der Titelaspirant der LOTTO Hessenliga mit 5:0. Die Treffer im Hahn Air Sportpark erzielten Amani (4./49.), Weiss (54./71.) und Dudda (68.). 

Im Vergleich zur Vorwoche stellten Rudi Bommer und Ralf Weber ihr Team auf lediglich einer Position um: Für Ljubisa Gavric rückte Winter-Neuzugang Julian Dudda in die erste Elf. Vellmars Coach Mario Deppe musste Egli Milloshaj ersetzen, der sich gegen Rot-Weiss Frankfurt einen Platzverweis eingehandelt hatte. Für ihn kam Robin Wissemann.

Bei strahlendem Sonnenschein im Hahn Air Sportpark erwischten die Gastgeber einen Traumstart und gingen bereits in der 4. Minute mit 1:0 in Führung. Youssef Mokhtaris Schuss aus 16 Metern wurde zunächst geblockt, landete aber vor den Füßen von Khaibar Amani, der seine sehenswerte Direktabnahme links im Tor von Tobias Schloeffel platzierte.

Der frühe Vorsprung spielte den Dreieichern in die Karten. Vellmars Plan, aus einer kompakten Defensive auf Konter zu lauern, war durchkreuzt und die Nordhessen mussten mehr investieren. Dreieich dagegen, befreit vom Druck ein Tor erzielen zu müssen, konnte das Risiko minimieren und abwartender agieren. Die folgenden 20 Minuten verliefen entsprechend ereignislos. Vellmar versuchte den Druck zu erhöhen, Dreieich ließ sich allerdings nicht in Schwierigkeiten bringen.

In der 20. Minute setzte Vellmars Kapitän Christian Wollenhaupt dann ein erstes Ausrufezeichen, als er den Ball aus zentraler Position nach einer Drehung um die eigene Achse an den Querbalken nagelte. Zwölf Minuten später dann ausgleichende Gerechtigkeit, als ein Ball aus dem Gewusel in Vellmars Strafraum an die Unterkannte der Latte flog und auch im Nachsetzen nicht hinter die Linie gedrückt werden konnte (32.). Kurz darauf zwang Loris Weiss Tobias Schloeffel zu einer Glanztat aus kurzer Distanz. Das 2:0 lag in der Luft, fiel in der ersten Halbzeit aber nicht mehr.

Unverändert ging es für beide Teams in den zweiten Durchgang, der genauso begann, wie der erste: Zunächst kam Dudda nach einer Alikhil-Ecke in der 48. Minute zum Kopfball, der gerade noch zur Ecke abgefälscht werden konnte. Schiedsrichter Sebastian Klein entschied zunächst auf Abstoß, korrigierte seine Entscheidung aber nachdem Vellmars Spieler fairerweise zugab, als letzter am Ball gewesen zu sein. Die bittere Quittung: Das 2:0 von Amani, der die darauffolgende Ecke am linken Pfosten unbedrängt einköpfte (49.).

Vellmar zeigte sich geschockt und ließ in der Folge die notwendige Konzentration vermissen. In der 54. Minute eroberte Loris Weiss den Ball an der gegnerischen Strafraumgrenze, drang in den Sechszehner ein, umkurvte den Keeper und erhöhte auf 3:0. Damit war die Messe endgültig gelesen. Vellmars Widerstand war gebrochen, es ging jetzt nur noch um die Höhe des Endergebnisses.

Zwischen der 66. und der 71. Minute überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst senkte sich eine Flanke des eingewechselten Danny Klein aufs Vellmarer Aluminium (66.), dann scheiterte Amani nach einer Ecke aus kurzer Distanz an Schloeffel (67.). Die anschließende Ecke führten Alikhil und Mokhtari kurz aus und fanden Dudda am kurzen Pfosten, der sich in die Flanke warf und zum 4:0 traf (68.).

Und der Dreieicher Torhunger war noch nicht gestillt. Das 5:0 war ein Treffer der Marke Tor des Monats: Youssef Mokhtari setzte sich an der Strafraum-Grundlinie durch und flankte in den Rücken von Loris Weiss, der den Ball per Fallrückzieher in die Maschen drosch (71.). es war der sehenswerte Schlusspunkt in einer Partie, die der Aufstiegsaspirant von der ersten Minute an im Griff hatte und auch in der Höhe verdient gewann. Nächster Gegner der Bommer-Elf ist am kommenden Mittwoch, den 3. Mai Verfolger Rot-Weiss Frankfurt.

Stimmen zum Spiel:

Mario Deppe (Trainer OSC Vellmar): „Wenn man auf diese Weise mit 5:0 verliert, bleibt nicht mehr viel zum Spiel zu sagen. Etwas Positives hatte es ja doch: Wir haben uns im Vergleich zum Hinspiel um drei Tore verbessert. Hier kann man nur etwas holen, wenn man richtig mutig Fußball spielt und den nötigen Biss hat. Das konnten wir leider heute nicht zeigen. Wir haben uns in den ganzen letzten Wochen mit viel körperlichem Aufwand eine sehr, sehr gute Position im Abstiegskampf geschaffen, die sich auch heute durch die Niederlage nicht verändert hat. Wir haben alles selbst in der Hand. Jetzt haben wir zwei entscheidende Spiele gegen Seligenstadt und Baunatal vor uns, da müssen wir noch einen Dreier holen, dann haben wir unser Saisonziel, die Klasse zu halten, geschafft. Daher heute kein großer Vorwurf an die Jungs. Rudi und Hessen Dreieich wünsche ich alles Gute für das Vorhaben, auf alle Fälle Meister zu werden.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Fünf Tore hören sich natürlich gut an, ich muss aber ganz ehrlich sagen, ich habe ein Bisschen einen Hals, gerade was die erste Halbzeit betrifft. Man muss Fußball auch manchmal mit dem Kopf spielen. Wir haben am Mittwoch gegen Rot-Weiss Frankfurt wieder ein Spiel und da sind wir in der ersten Halbzeit mit den Chancen zu fahrlässig umgegangen. Das hätten wir wesentlich besser machen müssen, dann kann man gegen Ende einen Gang zurückschalten und an das Spiel am Mittwoch denken. So mussten wir bis zum Schluss immer wieder Gas geben. Sicherlich haben wir auch ein paar ganz gute Sachen gemacht, mit der zweiten Halbzeit bin ich auch zufrieden. Ich denke, das Ergebnis geht in dieser Höhe in Ordnung. Wir werden aber noch ein, zwei Tage brauchen, um das Spiel zu verarbeiten.“

(mb)