Fehler abstellen, Spiel ziehen!

Duelle zwischen dem SC Hessen Dreieich und der SG Rot-Weiss Frankfurt waren in den vergangenen Jahren stets intensiv. In diesem Jahr gibt es gleich mehrere Gründe zur Vorfreude.

Fußball ist Tagesgeschäft und der Wind dreht sich bekanntlich schnell. Auf einen holprigen Saisonstart folgte für den SC Hessen Dreieich eine Serie von neun Siegen in Folge, die den Vorjahresmeister in Schlagdistanz zu Tabellenführer Lehnerz brachten. Jetzt wartet der Tabellenzweite der LOTTO Hessenliga seit drei Spielen auf einen „Dreier“.

Kein Grund nervös zu werden, findet Chefcoach Rudi Bommer: „Statistik interessiert mich nicht. Man kann jede Statistik so drehen, wie man es gerade braucht. Fakt ist: der letzte Monat war heavy für uns. Die Müdigkeit im Kopf, die sich gerade gegen Spielende bemerkbar macht, führt zu Konzentrationsfehlern und dann passiert das, was wir in den letzten Spielen beobachten konnten.“

Gemeint sind die späten Ausgleichstreffer gegen Hadamar und Alzenau sowie das Abwehrverhalten gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg, wobei Bommer gerade bei letzteren eine besondere Klasse ausgemacht hat. Entscheidend für den 60-Jährigen ist letztendlich weniger das Ergebnis, als die Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Und da sieht Bommer sehr viel Positives: „Die Jungs wissen, was sie gespielt haben. So schlecht waren wir nicht. Wir hatten in allen Spielen die Torchancen, um das Ergebnis anders zu gestalten, gegen Alzenau haben wir den Ausgleich in Unterzahl kassiert. Die Mannschaft ist gut drauf und hat auch gut trainiert.“

Dazu kommt, dass sich die personelle Lage immer weiter entspannt. Die zuletzt gesperrten Daniel Henrich und Tim Fließ stehen wieder zur Verfügung und auch vom langzeitverletzten Toni Reljic gibt es gute Nachrichten: „Toni trainiert seit dieser Woche wieder mit der Mannschaft. Er braucht natürlich noch Zeit, bis er wieder am Wettkampf teilnehmen kann. Wir gehen da ganz behutsam ran. Aber es geht bergauf und das freut mich sowohl für ihn persönlich, als auch für die Mannschaft“, so Bommer.

Nun richtet sich der Blick komplett auf das anstehende Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Frankfurt (04. November, 14:30 Uhr). Die Partie bietet gleich aus mehreren Anlässen Grund zur Vorfreude. Zum einen sorgt die geographische Nähe für besonderen Reiz, dann hat der SC Hessen Dreieich mit den Cousins Tim und André Fließ gleich zwei Spieler in seinen Reihen, die noch in der letzten Saison für „die Roten“ im Einsatz waren und nicht zuletzt ist es auch das Aufeinandertreffen Bommers mit einem altbekannten Weggefährten.

Die Rede ist natürlich von Mario Basler, der im Oktober den Trainerposten in Frankfurt übernommen hat. „Ich habe zu Mario ein sehr gutes Verhältnis“, freut sich Bommer auf das Wiedersehen. „Als Gegenspieler haben wir tausendmal gegeneinander gespielt. Mag sein, dass er ein wenig polarisiert, aber er ist ein offener Typ, der überhaupt nicht link ist und der sagt, was er denkt. Das ist mir tausendmal lieber als Leute, die hinten rum agieren. Seine Aufgabe ist nicht einfach, er hat die Mannschaft nicht zusammengestellt und muss sie nun da unten rausholen. Klar gucken jetzt viele auf ihn, das nimmt auch Druck von der Mannschaft. Letztendlich stehen aber die Spieler auf dem Platz und müssen es richten.“

Das gilt auch für die eigenen Mannen, weshalb Bommers Fokus weniger auf den Matchplan des Gegners zielt, als vielmehr auf das Abstellen der eigenen Fehler: „Wir haben unsere Baustellen klar benannt und bearbeitet. Jetzt müssen wir liefern. Solche Spiele musst du ziehen.“

 

(mb)