Dreieich mit Kantersieg gegen Vellmar

Im letzten Heimspiel des Jahres konnte der SC Hessen Dreieich die Tabellenführung in der LOTTO Hessenliga erfolgreich verteidigen: Gegen den OSC Vellmar fuhr die Mannschaft einen nie gefährdeten 5:0-Sieg ein. Die Tore erzielten André Fließ (2) und Loris Weiss (3).

Rudi Bommer und Ralf Weber nahmen im Vergleich zur Vorwoche einen Wechsel in der Startelf vor: Jörn Kohl ersetzte Alban Lekaj auf der linken Verteidigerposition. Ansonsten setzte das Trainerteam auf das gleiche Personal, das zuletzt in Lehnerz zu überzeugen wusste.

Der SC Hessen übernahm von Beginn an die Initiative und zeigte einige vielversprechende Kombinationen, die allerdings zunächst nicht zu Torchancen führten. Die beste Szene der Anfangsviertelstunde hatte André Fließ, der sich rechts am Strafraum mit starkem Dribbling gegen vier Mann durchsetzte und dann für Abassin Alikhil ablegte. Dessen zentral platzierter Schuss stellte allerdings kein Problem für Tobias Schloeffel im Vellmarer Kasten dar.

Das erste Tor des Spiels fiel dann vergleichsweise überraschend: Einen Flugball aus dem Mittelfeld köpfte Vellmars Verteidigung aus dem Strafraum direkt vor die Füße von Fließ, der mit dem linken Fuß direkt abzog und den Ball links oben im Gäste-Gehäuse unterbrachte (20.). Der Treffer änderte zunächst nichts am bisherigen Spielverlauf, Dreieich mit mehr Zug zum Tor, Vellmar verlegte sich aber keineswegs bloß aufs Verteidigen.

Die besseren Gelegenheiten hatten aber weiterhin die Gastgeber: Denis Talijan mit einem Kopfball nach Freistoßflanke aus dem Halbfeld (23.), Loris Weiss nach Kombo mit André Fließ und Abassin Alikhil (30.) und erneut Weiss nach Pass von Niko Opper (38.) hätten das Ergebnis durchaus schon frühzeitig nach oben schrauben können. So dauerte es bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte, ehe der Tabellenführer den nächsten Wirkungstreffer setzte: Nach Flanke von Tino Lagator konnte Weiss den Ball zentral im Strafraum aus der Luft pflücken und ihn vor dem herausstürmenden Keeper präzise neben dem linken Pfosten einnetzen (45.+2). Mit 2:0 ging es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in die Kabinen.

Nach der Pause das gleiche Bild: Vellmar sichtlich bemüht, den Kampf anzunehmen, gegen fortwährend attackierende Dreieicher aber zunehmend unter Druck. Dreieich tastete sich Stück für Stück näher ans dritte Tor. In der 49. flankte Kohl nach Hacken-Ablage von Weiss und Lagator verpasste den finalen Kopfball am Fünfmeterraum nur um Haaresbreite. Sechs Minuten später kam Ljubisa Gavric nach einer Freistoßflanke zum Kopfball und zwang Schloeffel zu einer starken Reaktion (54.).

Eine Minute darauf war es dann soweit: SCHD-Captain Opper stürmte von rechts in den Strafraum und brachte eine scharfe Hereingabe ins Zentrum. Dort verpassten zwei Mann bevor der Ball bei André Fließ landete, der mit Wucht draufhielt und Verteidiger Christian Brinkmann so anschoss, dass der Ball von dessen Körper aus im Tor landete (55.).

Es war die Vorentscheidung in einem Spiel, das nur noch in eine Richtung ging. In der 68. Minute setzte sich Weiss in der Spitze mit einem Ballkontakt die gegen den Verteidiger durch und behielt dann vor Schloeffel die Nerven. Es war das 4:0, das Nikola Mladenovic vier Minuten vorher im Eins-gegen-Eins mit Vellmars Torwart noch liegengelassen hatte.

Die Chancenauswertung war vielleicht das einzige Manko bei Dreieichs souveräner Vorstellung. In der 74. Minute konnte Lagator einen sehenswerten Seitfallzieher aus nur drei Metern Torentfernung nicht im Kasten platzieren, da ein Vellmarer Verteidiger noch auf der Linie stand, eine Minute darauf scheiterte Weiss an Schloeffel, in der 86. Minute dann erneut Lagator aus fünf Metern am Innenpfosten.

Das Spiel hätte gut und gerne doppelt so hoch ausgehen können. Und ein Treffer fiel dann tatsächlich auch noch. In einer ähnlichen Konstellation wie beim 4:0 erschien Loris Weiss in der 87. Minute frei vor dem Torhüter und machte den Deckel drauf. Dass Gavric in der 90. Nochmals mit einem Kopfball knapp scheiterte, blieb da nur noch eine Randnotiz. Am Ende stand ein nie gefährdeter 5:0-Sieg auf dem Papier. Vor dem letzten Spiel des Jahres bei Teutonia Watzenborn-Steinberg behauptet der SC Hessen damit souverän die Tabellenführung.

 

Stimmen zum Spiel:

Mario Deppe (Trainer OSC Vellmar): „Es ist nichts unnormales passiert, der Tabellenletzte hat beim Tabellenführer 5:0 verloren. Damit sind wir nur um ein Tor schlechter gewesen als Lehnerz letzte Woche. Wenn man hier etwas erreichen will, dann muss man mutiger und aggressiver auftreten, das haben wir heute nicht hinbekommen. Dass wir hier fußballerisch nicht mithalten können, ist schon klar. Von daher haben wir vor allem in der zweiten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt bekommen. Wir müssen das Spiel abhaken. Nächste Woche haben wir das Spiel in Steinbach, das ist für uns elementar wichtig, um wieder heranzukommen. Ab jetzt ist die Konzentration auf Steinbach gerichtet und das Dreieich-Spiel vergessen.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir hatten im Vorfeld sehr großen Respekt vor Vellmar, weil sie in den letzten Wochen gute Leistungen gezeigt haben und immer wieder Nadelstiche gesetzt haben. Aber meine Jungs sind sehr gut drauf, das hat man schon gegen Fulda und Lehnerz gesehen. Sie haben das auch heute sehr konzentriert gespielt. Sie haben auch zur rechten Zeit wieder die Kisten getroffen. Das 2:0 kurz vor der Halbzeit war das wichtigste Tor für uns. Insbesondere in der zweiten Halbzeit haben die Jungs dann auch wieder eine gewisse Spielfreude auf den Platz gebracht. Es war ein verdienter Sieg.“

(mb)