Unglückliche Niederlage in Watzenborn-Steinberg

Der SC Hessen Dreieich hat sein letztes Pflichtspiel des Jahres verloren. Gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg unterlag der Tabellenführer am Nachmittag mit 0:2.

Rudi Bommer und Ralf Weber mussten vor dem Anpfiff zwei schmerzhafte Ausfälle kompensieren: Spielmacher André Fließ und Abwehrkante Denis Talijan fielen kurzfristig aus, für sie kamen Zubayr Amiri und Tim Fließ ins erste Aufgebot.

Die erste Chance auf schwerem Geläuf hatte der Tabellenführer: Amiri setzte sich über rechts durch, seine Flanke landete über Umwege bei Abassin Alikhil, dessen Schuss jedoch keine wirkliche Prüfung für Teutonen-Keeper Tolga Sahin war (4.). In den Folgeminuten waren beide Teams bemüht dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken, wirkliche Vorteile konnte aber keines der beiden Teams verzeichnen.

In der 19. Minute konnte sich Gäste-Torwart Pierre Kleinheider erstmals auszeichnen, als er eine gute Einschusschance von Markus Müller stark mit dem Fuß abzuwehren wusste. Mitte der ersten Halbzeit spielten beide Teams mit offenem Visier, Torchancen gab es fast im Minutentakt. Zunächst unterschätzte Sahin einen langen Ball im Strafraum, Tino Lagator legte per Kopf auf, doch Amiris Schuss konnte knapp vor der Linie von einem grünen Abwehrbein geklärt werden. Drei Minuten später scheiterte Loris Weiss nach einem fein ausgespielten Konter an Sahin – das hätte die Führung sein müssen.

Doch auch die Teutonia hatte ihre Chancen. Raffael Szymanski und Markus Müller scheiterten mehrmals an Kleinheider oder jagten den Ball am bereits geschlagenen Keeper übers Netz, wie Szymanski in Minute 36. Minute. Drei Zeigerumdrehungen später nutzte Abdenour Amachaibou das Durcheinander im Strafraum der „Hessen“ und stocherte den Ball zur 1:0-Führung ins Netz, mit der es auch in die Kabinen ging.

Nach Spielwiederaufnahme (Carlos McCrary kam für Tino Lagator ins Spiel) ging es flott weiter. Kleinheider musste zu Beginn der zweiten Hälfte gleich zweimal zur Stelle sein und war dies auch tadellos. Es ging weiter hin und her, Dreieich fehlte vorne die zündende Idee, Watzenborn die Treffsicherheit. Ganz brenzlig wurde es in der 73. Minute als nach einer Ecke ein Teutonen-Kopfball von Tim Fließ auf der Linie gerettet werden musste.

Fast im Gegenzug hatte Weiss den Ausgleich auf dem Fuß: Sehenswert setzte er sich gegen Sahin durch, schloss ab, doch der Ball sprang vom Innenpfosten wieder ins Feld. Hier fehlte schlichtweg das Glück. In der Schlussphase ging Dreieich ins Risiko, stemmte sich gegen die Niederlage und kassierte in der 86. Minute den Knock-Out: Ein Konter über die rechte Dreieicher Abwehrseite fand den Weg ins Zentrum und Torjäger Szymanski machte mit dem 2:0 den Deckel drauf.

Für Dreieich ist es die zweite Niederlage gegen die Mittelhessen in dieser Saison. Gleichwohl überwintert die Mannschaft auf Tabellenplatz eins.

Stimmen zum Spiel: 

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „So langsam kriege ich Angst. Gegen Watzenborn habe ich jetzt dreimal gespielt und dreimal verloren. Für das Geläuf war es ein absolutes Spitzenspiel. Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht. Natürlich haben uns auch einige tragende Säulen gefehlt, mit Talijan fehlte ein groß gewachsener Spieler für die Luftkämpfe. Die Teutonen wollten die Tore unbedingt, das hat uns etwas gefehlt. Zum Schluss haben wir alles riskiert und da wird man zwangsläufig auch mal ausgekontert. Wir sind froh, dass es in die Pause geht, bei dem Programm, das wir im Oktober und November hatten. Kompliment an unsere Jungs für das Durchhalten. Glückwunsch an Daniyel und seine Truppe. Ab jetzt könnt ihr alle Mannschaften schlagen.“

Daniyel Cimen (Trainer SC Teutonia Watzenborn-Steinberg): „Das Spiel hätte auch 4:4 oder 5:5 ausgehen können. Das war ein Spiel, bei dem die Trainer graue Haare bekommen. Riesenkompliment an meine Mannschaft. Es ist nicht so selbstverständlich die Anspannung immer wieder hoch zu halten, vor allen Dingen da wir einige Spielausfälle hatten und nicht jede Woche den Wettkampf hatten. Gegen einen Gegner, der voll im Rhythmus war und vier, fünf Spiele am Stück gewonnen hat, ist das auch nicht so einfach. Vielleicht ein etwas glücklicher Sieg, aber ich bin natürlich zufrieden.

(sg/mb)