Vor Flieden: Fragezeichen hinter Mladenovic und Henrich

Der SC Hessen Dreieich hat augenblicklich wenig Grund zur Klage: Der vergangene Ostermontag bescherte dem amtierenden Landesmeister neben dem eigenen 4:0-Sieg in Fulda auch noch ein kleines Polster in der Tabelle, da die Konkurrenz aus Alzenau und Lehnerz Punkte ließ. Am Samstag soll im ersten Heimspiel nach zuletzt drei Auftritten in der Fremde nachgelegt werden.

Buchonia Flieden heißt dann der Gegner im Hahn Air Sportpark. Und Bruder Leichtfuß. Denn nach dem vierten Dreieicher Sieg im vierten Spiel der Restrunde ist die klare Rollenverteilung trügerisch. „Es gibt überhaupt keinen Grund abzuheben. Wir haben in Fulda trotz des am Ende überzeugenden Sieges auch eine Phase gehabt, in der wir nachgelassen und den Gegner aufgebaut haben. Da hatten wir Glück, dass wir ohne Gegentreffer davongekommen sind, weshalb es auch in der Kabine gescheppert hat“, warnt Rudi Bommer.

Die angesprochenen Fehler verleihen dem Dreieicher Chefcoach bei seinen fortwährenden Mahnungen zur vollen Konzentration Glaubwürdigkeit: „Es geht nicht darum, immer wieder Understatement zu betreiben. Im Fußball rächen sich die Dinge irgendwann. Es beginnt jetzt der Endspurt der Liga und wenn die Nerven dazukommen, ist auch das schönste Punktepolster ganz schnell weg.“

Zumal Buchonia Flieden keineswegs ein leichter Gegner ist. Im Hinspiel musste der SC Hessen lange warten, ehe die Weichen auf Sieg gestellt werden konnten. Der finale 2:1-Erfolg fiel entsprechend knapp aus. „Wir erwarten einen defensiv eingestellten Gegner, der mit langen Bällen agieren wird. Fliedens Torhüter kann bis zum gegnerischen Strafraum abschlagen und mit Fabian Schaub haben sie vorne einen, der seinen Körper reinstellt und die Chancen mit seinem starken linken Fuß auch verwertet. Wir wissen augenblicklich nicht, was mit Andreas Drews ist, gehen aber davon aus, dass Flieden alle Spieler bringen wird, die zuletzt ihr Spiel geprägt haben.“

In den eigenen Reihen hat es Bommer mit Blick auf den Kader noch mit dem einen oder anderen Fragezeichen zu tun. „In Fulda gab es zwei unschöne Szenen für uns: bei der einen wurde Daniel Henrich abgeräumt. Er hat sich dabei neben einer Prellung eine Wunde am Knöchel zugezogen. In der zweiten Szene hat sich Nikola Mladenovic nach einer grenzwertigen Aktion von Bahssou den kleinen Zeh gebrochen. Da muss man jetzt schauen, wie sich die Schwellung verhält. Grundsätzlich ist es möglich, mit dieser Verletzung zu spielen. Das habe ich als Profi selbst auch getan. Wir müssen die letzten Trainingseinheiten abwarten.“

Weiterhin unklar ist auch, ob Zubayr Amiri, der schon gegen Steinbach mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt werden musste, wieder zur Verfügung stehen wird. Glücklicherweise hat Marc Schnier, der nach einer Verletzung in der Vorbereitung und einer krankheitsbedingten Pause ein wenig den Anschluss verloren hatte, gegen Fulda eine ganz starke Vorstellung gezeigt und sich für weitere Startelf-Einsätze empfohlen. „Das ist das Gute bei uns, dass wir unsere Ausfälle qualitativ nahtlos kompensieren können. Das macht das Team aus. Dazu kommt, dass sich auch ein Tino Lagator in einer super Form befindet. Oder André Fließ mit seinem Traumtor aus fast 40 Metern. Ich hoffe, dass das bis zur ARD vorgedrungen ist, dann wird das zum Tor des Monats gekürt“, so Bommer.

Solche Treffer möchten auch die Zuschauer im Hahn Air Sportpark am Samstag gegen Flieden gerne sehen. Anstoß ist um 15 Uhr.

(mb)