SC Hessen kann bereits Fakten schaffen

Der Liga-Endspurt ist in vollem Gange, erste Entscheidungen im Tableau zeichnen sich ab. Im Aufstiegsrennen hat der SC Hessen Dreieich alle Trümpfe in der Hand und kann mit einem Sieg gegen die abstiegsbedrohte Viktoria aus Griesheim das Mindestziel Platz zwei und mithin die Teilnahme an der Aufstiegsrunde unter Dach und Fach bringen.

Die letzten Spieltage sind für den SC Hessen Dreieich nahezu perfekt gelaufen. Neben den eigenen Siegen sorgten die Patzer der Konkurrenz dafür, dass sich der Vorjahresmeister im Liga-Endspurt eine optimale Ausgangslage verschaffen konnte. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf die Verfolger aus Lehnerz, die dritt- und viertplatzierten Konkurrenten Alzenau und Watzenborn-Steinberg liegen gar zehn Punkte zurück und haben ein Spiel mehr auf dem Konto. Sie könnten noch maximal zwölf Punkte aus ihren verbleibenden vier Spielen holen, Dreieich reicht aus den eigenen fünf Spielen also ein einziger Sieg, um mindestens den zweiten Rang sicher zu haben.

Diese Vorlage soll schon am Samstag bei den akut abstiegsbedrohten Griesheimern verwertet werden. Die Viktoria ging am Mittwochabend im Nachholspiel gegen Borussia Fulda mit 0:9 unter, hat etliche Ausfälle zu kompensieren und befindet sich nach sieben Niederlagen aus sieben Spielen in 2018 sportlich im freien Fall. Auf dem Papier könnte die Ausgangslage für den Tabellenführer nicht besser sein. Wenn es aber eine Sache gibt, die Rudi Bommer zuverlässig auf die Palme bringt, dann ist es die Verteilung des Fells, bevor der Bär erlegt wurde.

„Klar ist Griesheim schwer angeschlagen, da brauchen wir gar nicht drum herumreden. Ich bin aber 42 Jahre in diesem Geschäft tätig und habe schon alles erlebt. Wenn man den Gegner auf die leichte Schulter nimmt, bekommt man die Quittung. Gegen uns holen alle Mannschaften das Maximum aus sich heraus. Für Griesheim geht es auch um die Ehre. Die wollen sicher nicht nochmal neun Stück kassieren, wie jetzt in Fulda. Deswegen gilt für uns das Credo, das uns bereits die gesamte Saison über begleitet: Geduld, Konzentration und Wille.“

Erwartet wird ein Gegner, der zu allererst auf die Verteidigung des eigenen Tors erpicht sein wird. Auf dem voraussichtlich schwierigen Rasen sollen dann die quirligen Offensiv-Akteure für Nadelstiche und Entlastung sorgen. „Sie haben uns bereits im Hinspiel mächtig geärgert“, erinnert Bommer an den knappen 3:2-Heimerfolg im vergangenen Oktober. Einer der Viktoria-Torschützen damals: Yves Böttler, der inzwischen an die Lettkaut gewechselt ist und dessen Durchschlagskraft in Griesheim schmerzlich vermisst wird.

Ob der 26-Jährige an alter Wirkungsstätte einen Einsatz von Beginn an bekommt, will Bommer zwar nicht ausschließen, der Chefcoach betont jedoch die Leistungsstärke seiner etablierten Stammelf: „Wir haben auf dem Schirm, dass Yves in diesem Spiel sicher besonders motiviert sein wird. Ich habe den Jungs aber auch Anfang des Jahres gesagt, dass wir in der Rückrunde nicht groß experimentieren werden. So lange die Stammelf funktioniert, gibt es für uns keine Gründe für Veränderungen.“

Da es im Vergleich zur Vorwoche keine neuen Meldungen aus dem SCHD-Lazarett gibt – Smith (Knochenödem), Dudda (Aufbautraining) und Mladenovic (Zehenbruch) fallen weiterhin aus – deutet alles darauf hin, dass Bommer und Co-Trainer Ralf Weber am Samstag zunächst auf die gleiche Startelf vertrauen werden, die zuletzt gegen Waldgirmes und Baunatal zu überzeugen wusste. Anpfiff in Griesheim ist um 15 Uhr.

(mb)