SC Hessen Dreieich verliert Regionalliga-Debüt unglücklich mit 1:3 

Traumstart verpasst: Der SC Hessen Dreieich verliert in seinem ersten Regionalligaspiel auswärts bei Eintracht Stadtallendorf mit 1:3 und kann sich nach einem guten Spiel leider nicht mit einem Punktgewinn belohnen. Das Tor des Tages und gleichzeitig das erste Tor der Dreieicher Regionalligageschichte erzielte Denis Streker zum vorläufigen 1:2 Anschluss.

Beim Gastgeber aus Mittelhessen, der sich vor der Saison mit gleich elf neuen Spielern verstärkt hatte, startete der SC Hessen Dreieich mit den Neuzugängen Theodosiadis, Özer, Streker und Hagley in die Partie. Bei bestem Fußballwetter und ganz im typischen Rot gekleidet, musste sich der Aufsteiger zu Beginn der Partie einem aggressiven Pressing des Vorjahresaufsteigers erwehren, übernahm aber schon nach kurzer Zeit das Kommando.

In der sechsten Minute kam es nach einem Foul an Denis Streker zu einer aussichtsreichen Freistoßposition aus zwanzig Metern, Can Özer scheiterte unglücklich an der Latte. Den Abpraller konnten weder Streker noch Zubayr Amiri unter Kontrolle bringen. Die Bommer-Elf blieb am Drücker und kam im direkten Anschluss zu einer Ecke, die Stadtallendorfs Schlussmann Hrvoje Vincek entschärfen konnte.

Im nächsten Angriff brachte Özer Torgefahr in den Strafraum der Gastgeber, wo es nach einer Uneinigkeit in der Hintermannschaft fast zu einem Eigentor kam, Arne Schütze hatte den Ball nur knapp am eigenen Kasten vorbeigelegt. In der zehnten Minute war es wieder eine Ecke von Özer, der am linken Strafraumeck Amiri gefunden hatte, der Dreieicher Angreifer zielte mit einem Dropkick nur knapp über das Tor.

Der SC Hessen blieb die spielbestimmende Mannschaft, was sich im Eckballverhältnis von 5:0 nach weniger als einer Viertelstunde ausdrückte. Stadtallendorf musste sich in dieser Phase auf gelegentliche Konter beschränken. Im zweiten Drittel der ersten Halbzeit nahm der Gast das Tempo ein wenig raus und setzte nun auf einen bedachten und kontrollierten Spielaufbau. Spielerisch stark kombinierte sich der Aufsteiger jetzt durch das Mittelfeld und versuchte über die Flügel Gefahr aufzubauen. Die Eintracht konnte die aussichtsreichsten Schusschancen der Dreieicher aber vielbeinig abblocken.

Stadtallendorf kam in der 23. Minute durch Antonyos Celik zum ersten Abschluss, eine echte Gefahr entstand jedoch durch den aus zwanzig Metern weit über das Tor geschossenen Ball nicht.
Eine Minute darauf gewährte Schiedsrichter Timo Lämmle den Akteuren eine Trinkpause. In der 27. Minute versuchte es Felix Nolte mit einem Schuss aus 16 Metern in Richtung des linken, unteren Torecks, Pierre Kleinheider konnte den starken Abschluss jedoch mit einer nicht weniger gekonnten Parade entschärfen.

In der 30. Minute fand eine scharfe Hereingabe von Yannick Wolf halbhoch Jascha Döringer, der seinen Schuss aus einem Meter und spitzem Winkel nicht im Tor unterbringen konnte und die, zu diesem Zeitpunkt sicher schmeichelhafte, Führung für Stadtallendorf verpasste. In der 35. Minute brachte Abassin Alikhil eine Flanke von der linken Seite in den Strafraum, wo Özer mitgelaufen war und gezielt abschloss, allerdings am stark reagierenden Torhüter der Mittelhessen scheiterte. Nach 39 Minuten und einem hohen Rückpass in Richtung des eigenen Tores kam es erneut fast zu einem Eigentor der Hausherren.

In der 43. Minute war es dann doch die Eintracht aus Stadtallendorf, die nach einem fantastisch geschossenen Freistoß durch Tomislav Baltic zum 1:0 traf. Technisch anspruchsvoll hatte er aus rund 25 Metern in den linken Winkel geschlenzt und Dreieichs Torwart Kleinheider keine Abwehrmöglichkeit gelassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte es der Gastgeber geschafft die Partie ausgeglichen zu gestalten und kam in einer Schlussoffensive vor der Halbzeit noch zu einer starken Kopfballchance durch Nolte, die Kleinheider über das Tor lenken konnte. Anschließend schickte der Unparteiische die Spieler vor 1.025 Zuschauern in die Kabine.

Nach der Halbzeit, in der beide Trainer auf Auswechslungen verzichteten, verstrich die erste Phase der zweiten Hälfte weitestgehend ereignislos, bis Wolf in der 58. Minute einen Abpraller aus etwa elf Metern halbrechts im Strafraum volley in die Maschen dreschen und so auf 2:0 für den TSV Eintracht stellen konnte. Mit dem Anstoß reagierte Gästetrainer Rudi Bommer und brachte André Fließ für Abassin Alikhil, was sich kurz darauf als Glücksgriff erweisen sollte.

Die Dreieicher steckten in der Folge nämlich nicht auf und antworteten mit dem 1:2 in der 63. Spielminute, nachdem der an der Strafraumkante lauernde Streker auf Vorlage des frisch ins Spiel gekommenen Fließ frei zum Abschluss kam. Die zuvor selbstsicheren Gastgeber zeigten sich nun wieder ein wenig verunsichert und verloren die Schärfe in ihren Angriffsbemühungen. Erst in der 74. Minute kamen die Stadtallendorfer wieder zu einem Abschluss, der knapp am Pfosten vorbei strich.

In der Folgeminute brachte Trainer Bommer Yves Böttler für den in der zweiten Halbzeit weniger auffälligen Özer, bei Stadtallendorf kam Laurin Vogt für Wolf sowie, zwei Minuten darauf, Daniel Vier für Jascha Döringer. Für die Schlussviertelstunde war es dann wieder der Trainer der Gastmannschaft, der einen Impuls von der Bank aus zu bringen versuchte: Rudi Bommer schickte rund zehn Minuten vor Schluss Henok Teklab für Amiri aufs Feld.

In der 82. Minute war es aber Stadtallendorf, das zum Abschluss kam. Mit drei Spielern frei aufs Tor zulaufend konterten sich die Mittelhessen zum 3:1. Nolte hatte Gästekeeper Kleinheider ausgespielt und auf den eingewechselten Vogt quergelegt, der aus spitzem Winkel und fast von der Grundlinie aus ins leere Tor einschießen konnte. Mit einem weiteren Wechsel in der 85. Minute, Damijan Heuser war für Celik ins Spiel gekommen, nahm Trainer Sicaja weitere Zeit von der Uhr.

Die Gastmannschaft konnte Stadtallendorf in den Schlussminuten nicht mehr ernsthaft gefährden und so endete die Partie mit einem 3:1-Sieg für die am Ende abgezockteren Hausherren. In der anschließenden Pressekonferenz erklärte Dreieichs Chefcoach Bommer: „Zunächst bin ich froh, dass es endlich losgeht und die Vorbereitung vorbei ist. Wir waren von Anfang an sehr gut im Spiel, hatten einige gute Möglichkeiten und auch mindestens eine hundertprozentige Chance. Dann bekommen wir zu einem ungünstigen Zeitpunkt der Partie einen unnötigen Freistoß rein, schießen uns auf einmal selbst hinten ab und bringen uns in Bredouille, schon steht es 0:2. Wir haben nicht aufgegeben, den Anschluss noch geschafft und mussten alles versuchen, dabei sind wir in einen Konter gelaufen. Heute hat vielleicht nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die clevrere. Wir haben Lehrgeld gezahlt.“

Auch Heimtrainer Sicaja sprach davon, dass das Spiel eine komplett andere Wendung hätte nehmen können, wäre der Freistoß der Gäste in der ersten Halbzeit nicht an die Latte gegangen und der Freistoß der eignen Mannschaft nicht ins Tor.

Weiter geht es für den SC Hessen Dreieich mit dem ersten Heimspiel in der Regionalliga kommende Woche gegen den TSV Steinbach Haiger (14 Uhr, Hahn Air Sportpark).

(tw/ms)

SC Hessen Dreieich: Kleinheider, Theodosiadis Gavric, Talijan, Opper, Streker, Hagley, Alikhil (58. Fließ), Amiri (78. Teklab), Özer (74. Böttler), Lagator

TSV Eintracht Stadtallendorf: Vinczek, Döringer (76. Vier), Vidakovics,Dinler, Celik (85. Heuser), Baltic, Nolte, Schuetze, Wolf (74. Vogt), Arifi, Wessam Abdul

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