Streker besorgt ersten Dreieicher Regionalliga-Sieg

Der Knoten ist geplatzt: Der SC Hessen Dreieich hat den ersten Sieg seiner Regionalliga-Geschichte eingefahren und Mitaufsteiger FC 08 Homburg mit 1:0 besiegt. In einer leidenschaftlich geführten Partie sorgte Denis Streker mit einem verwandelten Foulelfmeter für das Tor des Tages.

Rudi Bommer veränderte seine Startelf im Vergleich zur Niederlage in Worms auf gleich vier Positionen: Die Neuzugänge Kevin Pezzoni und Kai Hesse debütierten auf der Sechs bzw. im Sturm, Daniel Henrich und Tino Lagator mussten dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen. Auf der rechten Außenbahn kehrte Kapitän Niko Opper für Nico Seegert in die erste Elf zurück und im Mittelfeld ersetzte Keanu Hagley zu Beginn Danny Klein.

Die Gäste aus dem Saarland, die sowohl auf ihren Toptorjäger Christopher Theisen als auch auf Stammtorwart David Salfeld (beide rotgesperrt) verzichten mussten, mit zwei kleineren Torannäherungen in den ersten fünf Minuten, ansonsten gestaltete sich die erste halbe Stunde umkämpft und ausgeglichen, jedoch ohne besondere Vorkommnisse.

Dann aber überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst setzte Homburgs Alexander Hahn einen Freistoß aus 25 Metern Torentfernung nach Foul von Pezzoni an die Latte, fast im Gegenzug leitete Loris Weiss einen Angriff über die linke Seite ein. Nach Flankenwechsel und Hereingabe von Uwe Hesse landete der Ball bei Abassin Alikhil, der von Daniel Di Gregorio per Foul im Strafraum aufgehalten wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Streker cool ins rechte flache Toreck zur Dreieicher 1:0-Führung (33.).

Gemäß altbekannter Fußballweisheiten tat der Treffer dem Spiel gut, der FC Homburg legte nun eine Schippe drauf und kam in der 38. Minute durch einen Freistoß von halblinks zu einer großen Chance. Den Schuss von Sven Sökler wusste SCHD-Keeper Pierre Kleinheider aber mit einer Glanztat zu parieren. Es blieb beim 1:0 zur Pause.

Der Tabellenzweite, nun unter Zugzwang, kam druckvoll aus der Kabine und forderte Kleinheider in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff gleich zweimal: Erst prüfte Patrick Dullek den Dreieicher Schlussmann mit einem Schuss aus sechszehn Metern (47.), dann zirkelte Sökler einen Freistoß von der Strafraumgrenze flach an der Mauer vorbei und zwang Kleinheider zu einer weiteren Glanztat (54.).

Als Torschütze Streker dann in der 57. Minute mit gelb-roter Karte vom Platz gestellt wurde, schien die weitere Ausrichtung des Spiels klar: Pezzoni rückte in die Innenverteidigung, es galt, dem folgenden Dauerangriff des Tabellenzweiten mit zehn Mann zu verteidigen und durch Konter für Entlastung zu sorgen. Tatsächlich kam Homburg durch zwei Kopfbälle von Kevin Maeck (58./64.) gefährlich vor das Tor der Hausherren, ansonsten überstand der SCHD die erste Druckphase aber relativ problemlos.

Homburg wusste aus der Überzahl kein Kapital zu schlagen, stattdessen kam es in der 76. Minute wieder zum numerischen Ausgleich auf dem Platz: Der bereits verwarnte Di Grigorio foulte den eingewechselten Tino Lagator bei einem Konter gelbwürdig und protestierte dann auch noch so vehement, dass Schiedsrichter Nikolai Kimmeyer keine andere Wahl blieb als den Platzverweis auszusprechen. So gestalteten sich die letzten fünfzehn Minuten als offener Schlagabtausch, bei dem Lagator in der 82. Minute beinahe den Sack zugemacht hätte.

Dass der Ball knapp rechts am Tor vorbei strich, hatte keine negativen Auswirkungen für den SCHD, die vierminütige Nachspielzeit wurde schadlos überstanden und der erste Regionalliga-Dreier perfekt gemacht.

Stimmen zum Spiel:

Jürgen Luginger (Trainer FC 08 Bad Homburg): „In den ersten Minuten sind wir eigentlich gut reingekommen, da vergeben wir zwei, drei Möglichkeiten und müssen mehr draus machen. Das hat sich ein wenig durch das Spiel durchgezogen. Wir waren hier die bessere Mannschaft, Dreieich hat gut verteidigt aber wir haben versucht weiter nach vorne zu spielen. Wir hatten zu wenig Kurzpassspiel heute, haben zu schnell versucht, den Ball in die Spitze zu spielen. Da hätten wir mehr Kontrolle haben müssen. Ärgerlich war, dass vor dem Elfmeter – wenn’s einer war – der Ball klar im Aus war, was der Linienrichter einfach sehen muss. Dann entsteht diese Situation nicht. In der zweiten Halbzeit haben wir es spielerisch besser gemacht, doch es hat der letzte Moment vorne gefehlt. Die Mannschaft hat es bis zum Schluss versucht, doch es haben einfach die klaren Abschlüsse gefehlt.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Die Situation war heute nicht ganz so einfach, man hat auch die Steine plumpsen hören, ringsherum. Wir haben neue Spieler dazubekommen, die erstmal ziemlich schnell integriert werden mussten. Das hat ganz gut ausgesehen, gerade in der Defensive haben wir heute gegen Homburg sehr gut gestanden. Verbesserungswürdig ist unser Spiel nach vorne, aber das kommt, wenn man mehr Selbstvertrauen hat. Wir müssen die Stationen nach vorne besser ausspielen, der Raum war gegeben. Natürlich war Homburg spielbestimmend, aber die Jungs haben heute bis zum letzten Atemzug alles gegeben und das 1:0 verteidigt. Und dann gehst du als Sieger vom Platz. Das war ein Arbeitssieg.“

(mb/bb)

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