Kein Sieger im Kellerduell zwischen Dreieich und Astoria Walldorf

Der SC Hessen Dreieich bleibt vorerst auf dem letzten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest. Im Duell mit dem Tabellennachbarn FC Astoria Walldorf kam das Team von Rudi Bommer vor 478 Zuschauern im Hahn Air Sportpark nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Drei Änderungen nahm das Trainergespann Bommer/Weber im Vergleich zur Last-Minute-Niederlage in Elversberg am vergangenen Wochenende vor: Denis Streker (nach ausgesessener Sperre), Zubayr Amiri und Mohamed Boukayouh rückten in die Startelf und nahmen die Plätze von Uwe Hesse, Nico Seegert und Keanu Hagley ein.

Die Gastgeber wollten mit einer offensiven Ausrichtung und frühem Pressing von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand nehmen und zeigen, wer Herr im Hause ist. In den ersten zehn Spielminuten entwickelte sich auf diese Weise ein offener Schlagabtausch, der allerdings ohne größere Torraumszenen vorüber ging. Ein Kopfball von Max Müller (3.) und ein Schüsschen von Tim Fahrenholz (14., beide Astoria Walldorf) waren noch die erwähnenswertesten Szenen der ersten Viertelstunde.

Der FCA, mit handgezählten null Supportern im Gästeblock, übernahm in der Folge die Kontrolle über das Mittelfeld und kam zu einer Reihe guter Chancen: Nach einer scharfen Hereingabe von links kam Nicolai Groß in aussichtsreicher Position frei zum Kopfball, konnte diesen aber nicht gefährlich genug platzieren, um Pierre Kleinheider im Dreieicher Kasten in Verlegenheit zu bringen (18.). In der 37. Minute versuchte es dann Pascal Pellowski mit einem Flachschuss ins rechte Eck, zielte aber knapp daneben. Und in der 44. zwang Groß den SCHD-Schlussmann zu einer echten Glanzparade.

Als bereits alle auf den Pausenpfiff von Schiedsrichter Jan Dennemärker warteten, kamen dann auch die Hessen zu ihrer ersten Großchance: Nach rasantem Konter konnte Astoria-Torwart Jürgen Renner eine Flanke von rechts nicht kontrollieren, sodass Boukayouh aus nächster Nähe zum Dropkick kam, diesen aber knapp über das gegnerische Gehäuse setzte. So ging es mit 0:0 zum Pausentee. Die Hausherren mussten sich etwas einfallen lassen, wenn zählbares aus diesem Kellerduell herausspringen sollte.

Tatsächlich legte man zu Beginn des zweiten Durchgangs einen Zahn zu und kam mit deutlich mehr Zug aus der Kabine. Die Konsequenz: Zwei Chancen durch Amiri, der eine Hereingabe von links um Haaresbreite verpasste (49.) und Kevin Pezzoni, der nach Flanke von Constant Djakpa aus dem Rückraum zum Abschluss kam (53.). Der Offensivdrang der Hausherren eröffnete den Walldorfern wiederum Räume für Konter. Und einer davon hätte beinahe den ersten Treffer des Spiels zur Folge gehabt. In der 58. Minute entwich Groß der gesamten Dreieicher Defensive und stürmte alleine auf Kleinheider zu. Der verkürzte den Winkel geschickt und der Abschluss des Angreifers verfehlte sein Ziel.

Nach diesem anfänglichen Schlagabtausch verflachte die Partie wieder, der SC Hessen investierte mehr in die Offensive, der FC Astoria ließ hinten aber nichts anbrennen und blieb durch Konter gefährlich, wie in der 67. Minute, als es Pellowski mit einer Direktabnahme nach Flanke von rechts versuchte, Kleinheider aber vor keine Schwierigkeiten stellte. Der Rest des Spiels war Kampf und Wille, Tore sollten aber keiner mehr fallen. Es blieb beim 0:0 und im Tabellenkeller der Regionalliga Südwest damit ohne Veränderungen.

Matthias Born (Trainer FC Astoria Walldorf): „0:0, Auswärtspunkt – fühlt sich trotzdem irgendwie nicht gut an. Wir sind hergefahren und wollten einen Dreier. Das hat man auch sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir hier auch nach vorne gespielt haben, dass wir mutig waren, dass wir versucht haben Fußball zu spielen. Ich habe uns in der ersten Halbzeit auch überlegen gesehen, auch wenn nichts hundertprozentiges dabei war. Aber ein paar Situationen im Sechzehner gab es, in den wir uns gut reinkombiniert haben aber der letzte Pass nicht kam. In der zweiten Halbzeit gab es ein offenes Visier von beiden Mannschaften, das war ausgeglichen. Sicherlich hatten wir mit dem Freilauf die beste Chance, wenn wir den machen, sind wir 1:0 in Führung und haben dieses Erfolgserlebnis, das uns zurzeit fehlt. Da werden wir weiter dran arbeiten und so müssen wir mit dem 0:0 zufrieden sein.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir sind schlecht reingekommen in der ersten Halbzeit, waren zu weit weg von den Leuten und nicht so in den Zweikämpfen, wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten. Es ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen Druck nach vorne auszuüben. In der zweiten Halbzeit waren wir wesentlich besser im Spiel, auch griffiger. Wir hatten nach vorne ganz gute Sachen ausgespielt aber letztlich waren wir nicht zwingend genug, um ein Tor zu erzielen. Die größte Chance auf dem Platz hatte Walldorf. Da haben wir bei einem eigenen Einwurf Fehler gemacht, Kettenreaktion und dann auch noch ins Leere gegrätscht und dann geht der Gegner alleine aufs Tor. Somit geht das Unentschieden aufgrund der zweiten Halbzeit, in der wir stabiler waren, auch in Ordnung.“

(mb/bb)

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