Ein Tag, zwei Siege: U19 und U17 holen den Offenbacher Kreispokal nach Dreieich

An einem sonnigen Herbsttag mit Temperaturen um die 20 Grad fand auf der Sportanlage des FC Germania Bieber das diesjährige Kreispokalfinale für die A- und B-Junioren statt. Dieser erfolgreiche Tag startete für den SC Hessen mit einem spät eingefahrenen 4:2 Erfolg der U17 über den JFV Seligenstadt. Um 15 Uhr sahen rund 150 Zuschauer eine packende Partie zwischen der Dreieicher U19 und dem JSK Rodgau, welche die Jungs vom Bürgeracker mit 4:1 für sich entschieden. Somit qualifizierten sich unsere U19 und U17 für den Hessenpokal.

Emanuel Gacic bringt U17 spät auf die Siegerstraße

Die Jungs von Manuel Himenz mussten bereits um 13 Uhr gegen den Kreisligisten JFV Seligenstadt antreten. Obwohl die Rot-Weißen feldüberlegen waren, taten sich die Männer des SC Hessen schwer gute Tormöglichkeiten herauszuspielen. Der JFV Seligenstadt zeigte sich gegen den vermeintlichen Favoriten kämpferisch und konnte so die zweimalige Führung des Gruppenligisten aus Dreieich egalisieren. Auf einen zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit kassierten Ausgleich reagierte die erste Elf des SC Hessen mit wütenden Angriffen, welche noch zwei Mal von Erfolg gekrönt waren und somit den Gewinn des Kreispokals nach sich zogen.

Der SCHD startete druckvoll gegen hoch motivierte Seligenstädter. Nach gut zehn Minuten erzielte der Gruppenligist aus Dreieich in Persona von Habibullah Mahbubi, welcher die Nummer eins der Seligenstädter Gianluca Schroen umkurvte und das Spielgerät in die Maschen schob, die Führung mit ihrer ersten gefährlichen Chance. Danach übernahm die U17 die Spielkontrolle und konnte sich zunehmend Chancen herausspielen.

In der 22. Spielminute setzte sich Ihab Suleiman auf links gegen mehrere Gegenspieler durch und schoss aus spitzem Winkel auf den Kasten der Seligenstädter. Schroen hielt den Kreisligisten aber durch eine gute Parade weiter im Spiel. Nur gut fünf Minuten später spielte Daniel Stirl einen Steilpass in den Lauf von Suleiman, wessen Lupfer zwar Schlussmann Schroen aber nicht die Torlinie passierte, da Leo Unger noch vor der Linie klärte.

In der 33. Spielminute trugen kämpferische und effektive Seligenstädter ihren ersten Angriff über die linke Außenbahn vor. Marek Hartmann, der zuvor einen Pass von Nils Hanak erhielt, spielte einen flachen Pass in den Rückraum des Strafraums, wo Joel Nikola Trbojevic das runde Leder erst gegen den rechten Innenpfosten hämmerte, woraufhin der Ball dann Netz zappelte. Eine Minute vor dem Ende der ersten Halbzeit landete ein Abschlag des bei Dreieich zwischen den Pfosten stehenden Benjamin Uzun bei Enno Kasten, der freistehend vor dem Tor am herausragenden Seligenstädter Schlussmann scheiterte. Somit verabschiedeten sich beide Mannschaften mit einem 1:1 in die Halbzeitpause.

Die Jungs aus Dreieich kamen druckvoll aus der Kabine und drängten auf die Führung. In der 47. Minute spielte Stirl einen Pass von der linken Außenbahn in den Strafraum, wo Orkan Batis Schuss von den Seligenstädter Abwehrspielern noch geblockt werden konnte. Daraufhin sprang der abgeblockte Ball aber zu Kasten, welcher freistehend vor dem Tor keine Probleme hatte den Ball in die Maschen zu schieben. Danach probierte Seligenstadt alles, um die Niederlage noch abzuwenden, kam aber gegen gut gestaffelte Dreieicher nicht zu vielen Möglichkeiten.

Erstmal waren es wieder die Rot-Weißen, die nach einem Pass von Yasin Aatach, den Kasten durch die Hosenträger rollen ließ und somit Suleiman einen Schuss von der Strafraumkante ermöglichte, welcher die Latte tuschierte, die nächste Möglichkeit verzeichnen konnten. Die Dreieicher Offensivspieler bissen sich reihenweise am heute sehr stark aufgelegten Schroen die Zähne aus. Auf einen Pass von Suleimann scheiterte Aatach in der 52. Minute aus halbrechter Position im Strafraum. Acht Minutenspäter scheiterte Kasten auf einen Pass von Bati an der Seligenstädter Nummer Eins.

Zwei Minuten vor dem Ende sollte sich die Fußballfloskel: „Wenn du die Dinger vorne nicht machst, kassierst du sie hinten“ bewahrheiten. Nach einer Ecke von links an den zweiten Pfosten musste der eingewechselte Emre Ucer nur noch den Fuß hinhalten und befördert die Pille ohne Probleme über die Linie. Nach dem kassierten Ausgleich kurz vor Ende des Spiels agierte die U17 getreu dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.

Eine Minute nach dem Ausgleich servierte Suleiman einen Freistoß von der rechten Seite auf den Kopf des eingewechselten Emanuel Gacic, der den Ball mit einem wuchtigen Kopfball im Tor unterbrachte. In der Schlussminute legte Suleiman noch einen drauf, als er vor dem gegnerischen Strafraum den Ball eroberte und ihn anschließend humorlos ins linke untere Toreck zimmerte.

Die Erleichterung stand den Jungs vom Bürgeracker nach Spielschluss ins Gesicht geschrieben. Dennoch überwiegte am Ende die Freude über den gewonnenen Kreispokal und die Qualifikation für den Hessenpokal. Jetzt warten namhafte Gegner wie Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach oder der FSV Frankfurt.

Trainer Manuel Himenz über den 4:2 Erfolg seiner Mannschaft: „Zwischen Freude über den Titelgewinn und Unzufriedenheit über den Spielverlauf herrschten gemischte Gefühle unmittelbar nach Abpfiff. Ausgerechnet im Finale konnten wir in keiner Phase an die bisherigen guten Saisonleistungen anknüpfen und haben vieles auf dem Platz vermissen lassen. Trotz zweimaliger Führung ist es uns nicht gelungen den Druck hochzuhalten und konsequent nachzulegen. Für die Nachlässigkeiten sind wir kurz vor Schluss auch bestraft worden. Dass die Mannschaft postwendend reagierte und sich den Sieg mit zwei Last-Minute-Toren sicherte, zeigt aber auch ihre Klasse. Daher Glückwunsch zum Pokalsieg, der zählt am Ende und war auch verdient.“

U19 entscheidet kämpferisches Spiel für sich

In einem körperlichen und kampfbetonten Finale hatten die Rot-Weißen am Ende mehr Durchschlagskraft. Die stark durch verletzte, verreiste und gesperrte Spieler dezimierte Dreieicher Mannschaft setzte gegen den ballbesitzstarken JSK Rodgau im ersten Durchgang zwei gute Konter, die eine 2:0 Führung nach sich zogen. Nach dem Pausentee war es ein Fight um jeden Zentimeter. In Anschluss an den Anschlusstreffer wurde das Spiel hektisch und wild. Doch am Ende bewies die älteste Jugend des SC Hessen Dreieich den längeren Atem und konnte in Unterzahl sogar noch das 4:1 erzielen.

Das Spiel war insgesamt chancenarm, da kein Zentimeter hergeschenkt wurde. Im ersten Durchgang hatte Rodgau die Spielkontrolle, kam aber nicht zu guten Chancen. Die erste richtige Torchance hatten die Dreieicher in der 35. Minute. Auf einen langen Ball in die Spitze von Lorenzo Bonaffini überlupfte Kian Kelvin Krueger die herauseilende Rodgauer Nummer Eins Gabriel Flies zur 1:0 Führung.

Nach 41 Minuten legte Krueger noch einen drauf. In Folge eines mit dem Außenrist in den Lauf gepassten Zuspiels von Ensar Bajrami legte Krueger das runde Leder mit dem Kopf am herausgeeilten Flies vorbei in den Kasten. Kurz darauf kamen die Rodgauer mit einem Schuss innerhalb des Strafraums von Fidan Ahmetaj, der haarscharf am linken Pfosten vorbeiflog, zu ihrer ersten erwähnenswerten Torchance.

In der Schlussminute des ersten Durchgangs spielte Krueger eine flache Flanke von der rechten Außenbahn auf den zweiten Pfosten, wo Alexandru Bunea am stark parierenden Flies scheiterte. Somit verabschiedeten sich beide Mannschaften mit einem 2:0 Halbzeitstand in die Kabine. Dass man sich darauf nicht ausruhen durfte, bewiesen die Jungs vom Bürgeracker beim Aufeinandertreffen in der Liga, als sie einen 0:3 Pausenrückstand in einen 4:3 Sieg drehten.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeichnete sich ein kämpferisches Spiel zwischen den beiden Ligakontrahenten ab. In der 53. Minute brachte Justin Daum eine maßgeschneiderte Ecke von der rechten Seite für den Kopf von Tarik Can Osmanoglu, welcher den Ball aus fünf Metern ins Tor wuchtete. Drei Minuten später kamen die Rodgauer Jungs in Folge eines Freistoßes von Simon Weirich aus dem Halbfeld, der per Kopf von Mirza Altuncu im Kasten von Henrrique Bonaffini untergebracht wurde, zum Anschlusstreffer.

Danach drängten die Jungs aus Rodgau auf das Tor der Dreieicher, konnten aber gegen eine stabil stehende Abwehr keine größeren Möglichkeiten mehr herausspielen. Stattdessen machte Dreieich, die eine Zeitstrafe für Doppeltorschützen Krueger zu verkraften hatten, fünf Minuten vor dem Ende durch eine Einzelaktion von Osmanoglu, der sich über rechts gegen mehrere Gegenspieler einschließlich Torwart durchsetzen konnte, den Deckel drauf. Mit dem Treffer zum 4:1 war der Wille der Rodgauer gebrochen.

Am Ende nahm die U19 den Kreispokal mit nach Hause und feierte noch ausgelassen am Platz. Der SC Hessen Dreieich hatte den Ligaprimus aus Rodgau wie auch schon in der Liga geschlagen und darf sich jetzt über spannende Spiele im Hessenpokal freuen.

U19 Trainer Julian Saller über den 4:1 Sieg: „Es war alles in allem ein verdienter Sieg, obwohl die Vorzeichen nicht gut standen. Wir hatten etliche Ausfälle zu beklagen. Trotzdem haben wir eine gute taktische Leistung gezeigt und Rodgau mit unserer Kompaktheit dazu gezwungen das Spiel zu machen. So konnten wir Konter spielen, die wir effektiv zu Ende gespielt haben. Insgesamt war es ein Spiel mit wenigen Torchancen, wobei auch Rodgau keinerlei Offensivaktion, bis auf das Tor, zu verbuchen hatte. Mich freute es, dass die Spieler, die sonst nicht so oft spielen eine gute Leistung gezeigt und sich für kommende Aufgaben empfohlen haben.“

Jugendleiter Christos Tsilifis über die Bedeutung dieses Triumphes für den Dreieicher Jugendfußball: „Gratulation zum Titelgewinn an alle Spieler und Trainer unserer U17- und U19-Junioren. Beide Mannschaften konnten sich verdientermaßen im Finale durchsetzen. Ein weiteres Indiz der guten Entwicklung der Jugendarbeit. Den Offenbacher Kreispokal zu gewinnen ist immer etwas Besonderes und eine tolle Leistung. Nun freuen wir uns auf attraktive Gegner im Hessenpokal und hoffen den Schwung auch in den Liga-Alltag mitzunehmen, um uns stets weiterzuentwickeln.“

(lm)

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