Dämpfer kurz vor Schluss: SCHD mit Remis gegen die „Spatzen“ aus Ulm

Der SC Hessen Dreieich kassiert nach 2:0-Führung gegen den DFB-Pokalsieger-Besieger aus Ulm zwei späte Gegentreffer und muss sich letztendlich mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Tino Lagator erzielte mit einem Doppelpack in der 70. und 79. Spielminute die Tore für die Hessen.  Die „Spatzen“ verpassten im ersten Durchgang die Führung und holen somit am Ende noch einen Punkt gegen eine  in der zweiten Halbzeit starke Bommer-Elf. 

Im Vergleich zum Mainz-Spiel nahm das Trainergespann Rudi Bommer und Ralf Weber lediglich eine Änderung an der Startformation vor: Tino Lagator ersetzte den erkrankten Kai Hesse im Sturm der Hessen. Ansonsten sollte das Personal vom letzten Wochenende dafür sorgen, dass man erneut eine starke Leistung auf den Platz bringt. Die 551 Zuschauer am Bürgeracker sahen einen munteren und zweikampfbetonten Beginn beider Mannschaften, die erste Großchance bereits nach zwei Minuten für den SSV Ulm: Steffen Kienle tauchte nach einem Konter freistehend vor Pierre Kleinheider auf, sein Flachschuss passierte den linken Pfosten nur knapp.

Zehn Minuten später dann erneut eine offensive Annäherung der „Spatzen“, der Schuss von Adrian Beck aus 16 Metern ging jedoch deutlich am Gehäuse der Dreieicher vorbei. Mitte der ersten Hälfte suchten dann auch die Hausherren den Weg nach vorne, die Flanken von Constant Djakpa stellten jedoch vorerst keine Gefahr für die Verteidigung der Gäste dar. Nach einer halben Stunde waren es dann wieder die Gäste, die vor dem Tor von Pierre Kleinheider gefährlich wurden, diesmal verhinderte der rechte Pfosten nach einem Schuss von Steffen Kienle aus kurzer Distanz den Rückstand aus Sicht der Hessen. Diesen gelang es in dieser Phase nicht, das Umschaltspiel der Ulmer in den Griff zu bekommen, die nach Balleroberung immer wieder das schnelle Spiel nach vorne suchten.

In der 39. Minute dann die erste Großchance für die Bommer-Elf: Constant Djakpa brachte einen Freistoß von links scharf in den Strafraum und fand dort Tino Lagator, dessen Flugkopfball im Fünfmeterraum um ein Haar den Weg in die Maschen gefunden hätte. Auf die Aktion folgten Proteste der Dreieicher, da man ein Halten des gegnerischen Verteidigers an Lagator gesehen hatte. Pünktlich nach 45 Minuten beendete Schiedsrichter Andreas Reuter die erste Halbzeit, die gemessen an Spielanteilen durchaus ausgeglichen ausfiel. Nichtsdestotrotz musste man sich auf Seiten des SSV Ulm in der Kabine vorwerfen, die sehr guten Gelegenheiten nicht in etwas Zählbares umgemünzt zu haben. Der SC Hessen Dreieich präsentierte sich bis dato bis auf zwei Unachtsamkeiten stabil, in der Offensive jedoch noch zu ungefährlich.

Kurz nach der Pause folgte zunächst eine verletzungsbedingte Unterbrechung, nachdem Kevin Pezzoni und Beck unglücklich mit den Köpfen aneinanderstießen. Nach kurzer Behandlung konnten beide weitermachen. Dies war bis Mitte des zweiten Durchgangs die einzig nennenswerte Szene nach dem Seitenwechsel, Torraumszenen zunächst Mangelware. Das Duo Bommer/Weber reagierte und versuchte mit dem Wechsel Can Cemil Özer für Abassin Alikhil nach gut einer Stunde noch einmal frischen Wind in die Partie zu bringen.

Dieser sorgte in der 67. Minute direkt für die erste gute Gelegenheit, sein Kopfball nach einer Ecke ging knapp über die Latte des Kastens der Gäste. In der 70. Spielminute sahen die Zuschauer dann den ersten Treffer der Begegnung: Nach einer Djakpa-Ecke von links versuchte es Daniel Henrich mit einer Direktabnahme an der Strafraumgrenze. Den Flachschuss leitete anschließend Tino Lagator aus zentraler Position mit einem sehenswerten Hackentrick unhaltbar hinter die Linie. Eine nicht unverdiente Führung für die Dreieicher, die sich zuvor deutlich aktiver im Spiel nach vorne präsentierten.

Nach dem 1:0 ließ das zweite Tor der Hessen nicht lange auf sich warten: einen Angriff der Hausherren konnten die Gäste nicht entscheidend klären, Lagator nutzte Chance und stellte aus fünf Metern per Seitfallzieher auf 2:0 für den SCHD. Im Anschluss dann die Antwort durch die Gäste. Beck ging im Dreieicher Strafraum nach einem Zweikampf mit Dominic Rau zu Boden, Schiri Reuter zeigte auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der eingewechselte Thomas Rathgeber sicher rechts oben.

Der verkürzte Spielstand verlieh den „Spatzen“ vor Ende der Partie noch einmal Aufwind. Das Spiel wurde hitziger, das Tempo steigerte und kleine Fouls häuften sich. Zwei Minuten vor Ende dann der Ausgleich: der eingewechselte Vinko Sapina schickte den ebenfalls eingewechselten Aron Viventi in den Strafraum. Dessen Hereingabe passierte erst Kleinheider und auch der hereingrätschende Dominic Rau verhinderte mit seinem Rettungsversuch nicht den Einschlag – Eigentor und das 2:2 in der 88. Minute.

In der 90. Minute musste man auf Dreieicher Seite noch einen Platzverweis hinnehmen, Kevin Pezzoni sah nach einem harten Einsteigen an der Seitenlinie die gelb-rote Karte. So blieb es unterm Strich bei einer Punkteteilung, die aus Sicht des SCHD gerade aufgrund des späten Gegentores natürlich bitter schmeckte.

Stimmen zum Spiel

Holger Bachthaler (Trainer SSV Ulm): „Wir haben sehr gut in das Spiel gefunden, waren im ersten Durchgang das bessere Team. Leider haben wir die klaren Tormöglichkeiten in der ersten Halbzeit nicht genutzt und das Spiel früh zu unseren Gunsten entschieden. Uns war klar, dass der SC Hessen durch Standards gefährlich werden kann, die Tore haben wir dann auch einfach nicht gut verteidigt. Es spricht aber auch für die starke Moral unserer Mannschaft, dass wir nach einem Rückstand noch mal zurückkommen. Unterm Strich können wir mit dem Punkt leben.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir sind nicht gut gestartet, waren zwei Mal unkonzentriert und haben den Gegner so zu guten Chancen kommen lassen. Ich sehe es jedoch anders als mein Kollege, wir hätten ebenfalls durch einen nicht gegebenen Foul-Elfmeter an Tino Lagator in der ersten Halbzeit in Führung gehen können. Nach der Pause haben wir dann sehr gut und druckvoll nach vorne gespielt. Dass du dann 2:0 führst und das Spiel am Ende 2:2 ausgeht, darf natürlich nicht passieren. Der Linienrichter heute war super, mit dem Schiedsrichter auf dem Platz bin ich nicht so zufrieden. Der Elfmeter war aus meiner Sicht keiner und wenn man ihn pfeift, muss man Gleiches auch in der ersten Hälfte für uns tun. Auch die gelb-rote Karte kurz vor Schluss war aus meiner Sicht ein Foul, wie es in einer Partie oft genug unbestraft vorkommt. So ist der Ausgang des Spiels dann bitter für uns.“

(mab)

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