SC Hessen verschläft gegen Stadtallendorf Sprung aus der Abstiegszone

Slapstick-Gegentore und eine verschlafene zweite Halbzeit: Nach druckvollem Angriffsfußball bis zum Pausenpfiff verschläft der SC Hessen Dreieich den Sprung aus der Abstiegszone und verliert verdient mit 0:2 gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf.

Im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken wechselte Trainer Rudi Bommer vor 528 Zuschauern auf einer Position. Der wiedergenesene Constant Djakpa stand für Eduardo Mateus in der Startelf.

Im frostigen Flutlichtspiel am Freitagabend entwickelte sich zunächst ein rassiger Schlagabtausch auf Augenhöhe. Den ersten Nadelstich setzte der TSV Eintracht Stadtallendorf nach fünf Minuten in Person von Daniel Vier, dessen Kopfball von Pierre Kleinheider gefangen werden konnte. Dreieich reagierte schwungvoll und verfehlte die Führung anschließend nur knapp, als Tino Lagator aus kurzer Distanz am Stadtallendorfer Schlussmann Hrvoje Vincek scheiterte.

Die Bommer-Truppe konnte sich nun in der gegnerischen Hälfte festbeißen. In der 15. Minute war es Ljubisa Gavric, der mit seinem Freistoß aus 20 Metern für einen Hauch von Gefahr sorgte, jedoch knapp verzog. Wenige Zeigerumdrehungen später scheiterte Toni Reljic aus spitzem Winkel am starken Gästetorwart Vincek. Dreieich spielte nun einen ganz feinen Stiefel und konnte durch sehenswerte Ballstafetten immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchen. Die Gäste aus Mittelhessen konzentrierten sich in dieser Phase des Spiels logischerweise auf die Defensive und versuchten durch Konter für Entlastung zu sorgen, ohne zwingende Torchancen verbuchen zu können.

Der SC Hessen blieb auch weiterhin das spielbestimmende Team und konnte sich außer der Chancenverwertung wenig Negatives vorwerfen. Stadtallendorfs einzige nennenswerte Torannäherung belief sich auf einen Schuss aus der Drehung von Vier in der 40. Spielminute, dessen Entstehung aus einem Ballverlust in der Dreieicher Vorwärtsbewegung resultierte.

Kurz vor der Halbzeit bescherte dem Gastgeber dann beinahe ein Eigentor die verdiente Führung. Ein Freistoß von Flügelflitzer Constant Djakpa konnte aus dem Getümmel der Stadtallendorfer Hintermannschaft nur knapp neben das Tor geklärt werden. Pünktlich nach 45 Minuten bat der gute Schiedsrichter Patrick Kessel zum Pausentee. Der Aufsteiger war im ersten Durchgang das spielerisch überlegene Team, ließ jedoch eine Vielzahl guter Chancen ungenutzt. Die Gäste aus Stadtallendorf präsentierten sich offensiv harmlos und konzentrierten sich mehrheitlich auf die Sicherung der Defensive.

Die Grün-Weißen kamen schwungvoll aus der Kabine und konnten durch eine flache Hereingabe und den anschließenden Schussversuch die erste Möglichkeit des noch jungen zweiten Durchgangs verbuchen. Der SCHD konnte sich aus der Umklammerung schnell befreien und kam durch einen Kopfball von Gavric und einem sehenswerten Hackenschuss von Tino Lagator zu zwei exzellenten Gelegenheiten, die beide ihr Ziel nur um Haaresbreite verfehlten. Nun ging es Schlag auf Schlag. Nach einem mustergültigen Konter scheiterte Zubayr Amiri in der 53. Minute erneut am starken Rückhalt der Gäste.

Von dieser Dreifachchance der Dreieicher unbeeindruckt, spielte der TSV Eintracht Stadtallendorf weiter nach vorne und kam nach einem eleganten Lupfer, der zunächst an den Pfosten prallte und unserem Abwehrmann Gavric unglücklich vor die Füße und dann ins Tor fiel, zu der etwas schmeichelhaften Führung nach 57 Minuten. Die Mittelhessen stellten den Spielverlauf auf den Kopf und schienen durch die Führung beflügelt.

Die heute in weiß spielenden Dreieicher zeigten sich in der Folge etwas geschockt von dem unerwarteten Rückstand und agierten fahrig und fehlerhaft im Spielaufbau. Das Trainergespann Bommer/Weber reagierte auf diese Schwächephase und brachte mit Kai Hesse und Loris Weiss zwei frische Offensivkräfte auf den Platz. Die Gäste agierten allerdings weiterhin schwungvoll und kamen nach einem Foul von Dominic Rau im Strafraum in der 70. Spielminute zu einem berechtigten Strafstoß, den Laurin Vogt zur Erleichterung der Dreieicher Fans an den Querbalken setzte.

Der SC Hessen spielte weiterhin mutig nach vorne, es fehlte ihm jedoch an Präzision bei den Hereingaben und Abschlüssen. Ein Freistoß von Djakpa in der 82. Minute aus aussichtsreichen 20 Meter stellte den Gästekeeper vor keine größeren Probleme. Das Tor der Mittelhessen schien am heutigen Abend wie vernagelt zu sein. Auch ein Kopfball von Dominic Rau segelte in der 85. Minute knapp über das Gehäuse der Mittelhessen.

Ab jetzt versuchte es Dreieichs Mannschaft mit der Brechstange. Verzweifelte Angriffe wurden entweder von der souveränen Gästeabwehr oder durch hektische Fehler im Spielaufbau gestoppt. Die letzte Szene gehörter einmal mehr der Dreieicher Offensivabteilung. Der Freistoß von Loris Weiss konnte in der 93. Minute die bereitgestellte Mauer jedoch nicht überwinden.

Durch den darauffolgenden Konter erhöhte der TSV sogar noch auf 0:2 und verließ den Platz als Sieger. Der SCHD konnte aus der spielerischen Überlegenheit, welche vor allem in der ersten Halbzeit eklatant war, keinen Profit schlagen und ließ in der Endabrechnung zu viele hochkarätige Torchancen aus. Die Gäste zeigten sich eiskalt vor dem Tor und präsentierten sich, wie schon im Hinspiel, als gnadenlos effektive Mannschaft, die jederzeit für Gefahr sorgte.

Stimmen zum Spiel:

Dragan Sicaja (Trainer TSV Eintracht Stadtallendorf): „Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen, da Dreieich sehr stark begann. Man merkte ihnen den positiven Lauf der letzten Spiele an und wir konnten glücklich sein, kein Gegentor kassiert zu haben. In der 2. Halbzeit drehte sich das Spiel, wir konnten offensive Nadelstiche setzen und das 1:0 erzielen. Mit der zweiten Halbzeit können wir zufrieden sein, mit der ersten eher nicht. Die drei Punkte sind wichtig für uns, um Anschluss nach oben zu halten.“

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir waren zu Beginn richtig gut im Spiel und haben es versäumt, die Chancen in Tore umzumünzen. Wir müssen die Möglichkeiten kaltschnäuziger verwandeln. Unser Problem war, dass wir in der zweiten Halbzeit aufgemacht haben und Stadtallendorf überrennen wollten. Wir sind zu fahrlässig mit der Situation umgegangen. Es war für mich ein 6-Punkte-Spiel. Ich lasse keine Ausreden gelten, auch wenn Pezzoni nicht dabei war. Wir haben einen weiten Weg hinter uns, um oben wieder ranzukommen, daher ist die Niederlage heute doppelt ärgerlich.“

(bb)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.