Segel setzen Richtung Klassenerhalt (2): Offenbach und Worms

Halbzeit in der Regionalliga Südwest. Der SC Hessen Dreieich startete im vergangenen Juli seine Jungfernfahrt zum Zielhafen Klassenerhalt. Nun liegen nach Monaten zwischen rauem und ruhigem Wellengang noch mindestens 15 richtungsweisende Spiele vor den Kickern vom Bürgeracker. Im Rahmen der Serie „Segel setzen Richtung Klassenerhalt“ nehmen wir die kommenden Gegner in der Regionalliga sowie im Hessenpokal genauer unter die Lupe und stellen euch unsere Mitbewerber kurz vor. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit den Offenbacher Kickers und Wormatia Worms.

Kickers Offenbach

Für die Fahrt zu unserem Gegner am 8. März können wir das Schiff getrost im heimischen Hafen verankert lassen und den Landgang zu Fuß bewältigen. Denn nicht nur die Autobahn A661, das gleiche Kennzeichen und die Lage in einem der größten Ballungsräume in ganz Deutschland, sondern auch die gleiche Fußballliga verbinden Dreieich und die 124.000-Einwohner-Stadt Offenbach am Main, die mit nur rund zehn Kilometern Entfernung in direkter Nachbarschaft zu unserer Gemeinde liegt. Der im Stadtteil Bieber ansässige Traditionsverein Kickers Offenbach kann auf eine 117 Jahre alte Vergangenheit zurückschauen, die sich mit 25 Erstliga-, 21 Zweitliga- und 20 Drittligajahren durchaus sehen lassen kann. Auch ein DFB-Pokalsieg aus dem Jahre 1970 steht dem OFC zu Buche, der den Cup als erster Zweitligist der Pokalgeschichte in die Höhe stemmen konnte. Seit der Saison 2013 finden sich die Offenbacher in der vierten Liga wieder, sind dabei jedoch jedes Jahr aufs Neue einer der Hauptanwärter auf den Drittliga-Aufstieg. Seit dem Jahr 2012 spielen die Rot-Weißen im Sparda-Bank-Hessen-Stadion, das ein Fassungsvermögen von 20.500 Plätze aufweist und an die Stelle des legendären Stadions am Bieberer Berg getreten war. Der Stimmung hat der Abriss der einstigen Kultstätte hingegen keinen Schaden zugefügt. Regelmäßig besuchen mehr als 6.000 Zuschauer das Stadion bei Heimspielen ihres Vereins, um den OFC lautstark zu unterstützen. Dabei spielt der große Star für viele der Fans im Tor der Offenbacher, der mit 33 Jahren zudem der älteste Spieler im Kader von Trainer Daniel Steuernagel ist. Torwart Daniel Endres ist seit seiner Jugend für die Kickers aktiv und bestritt – mit Ausnahme der Bundesliga – Partien in allen möglichen Wettbewerben für den OFC. Der gefährlichste Spieler der Kickers ist im Mittelfeld beheimatet: Freistoßspezialist Serkan Firat zählt mit elf geschossenen Toren zu den absoluten Topscorern der Liga und ist somit immer für einen Treffer gut. Im Hinspiel gegen den OFC im ausverkauften Hahn Air Sportpark hielt die SCHD-Abwehr den Künsten des Mittelfeldantreibers stand, musste sich jedoch bei der 0:1-Heimniederlage der Wucht des aus der 8. Liga gewechselten Offenbacher Stürmers Jake Hirst geschlagen geben, der mit acht Saisontreffern derweil auf Platz zwei der internen Kickers-Torschützenliste liegt. Für den SC Hessen ist die Reise zu den viertplatzierten Offenbachern nicht die Erste in der laufenden Saison. Gut zwei Monate nach dem Heim-Schock Mitte August erkämpfte sich der ersatzgeschwächte SC Hessen Dreieich bei nasskaltem Wetter im Flutlicht von Offenbach durch einen Doppelpack von Danny Klein einen 2:1-Auswärtssieg und zog damit ins Halbfinale des Hessenpokals ein.

Wormatia Worms

Zeit zum Durchatmen bleibt in der Folge nicht. Nur drei Tage nach dem Auswärtsspiel beim OFC schippern die Mannen von Wormatia Worms zum Flutlichtspiel nach Dreieich. Am Rheinufer im südöstlichen Rheinland-Pfalz liegt mit der Luther- und Nibelungenstadt Worms eine der ältesten Städte Deutschlands, die besonders durch ihren romanischen Kaiserdom bekannt ist. Auch ist die 80.000-Einwohner-Stadt die Heimat des Zweitliga-Gründungsmitglieds VfR Wormatia Worms, der nach dem Ende des ersten Weltkriegs auf insgesamt 40 Jahre Erst- und 20 Jahre Zweitklassigkeit zurückblicken kann, wenngleich das letzte Jahr in der zweiten Liga auf 1982 datiert ist. Heimisch fühlen sich die Rot-Weißen in der Wormser EWR-Arena, die rund 5.600 Menschen Platz bietet. Beim Hinspiel in der Nibelungenstadt sahen zur Eröffnung des traditionellen Backfischfestes 1.000 Zuschauer einen schwachen Regionalliga-Neuling aus Dreieich, der völlig verdient mit einer 0:1-Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten musste. Toptorschütze im Team von Trainer Steven Jones ist Angreifer Steven Burgio, der bislang fünf Saisontreffer erzielen konnte. Mit 19 Punkten liegt Worms auf dem 13. Tabellenplatz in direkter Schlagdistanz zum SCHD, der bislang 18 Zähler sammeln konnte.

(tw)

 

 

 

 

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