Segel setzen Richtung Klassenerhalt (4): Wehen Wiesbaden, Walldorf und Mainz

Halbzeit in der Regionalliga Südwest. Der SC Hessen Dreieich startete im vergangenen Juli seine Jungfernfahrt zum Zielhafen Klassenerhalt. Nun liegen nach Monaten zwischen rauem und ruhigem Wellengang noch mindestens 15 richtungsweisende Spiele vor den Kickern vom Bürgeracker. Im Rahmen der Serie „Segel setzen Richtung Klassenerhalt“ nehmen wir die kommenden Gegner in der Regionalliga sowie im Hessenpokal genauer unter die Lupe und stellen euch unsere Mitbewerber kurz vor. Im vierten Teil stehen Pokalgegner SV Wehen Wiesbaden sowie der FC-Astoria Walldorf und die Zweitvertretung des FSV Mainz 05 im Fokus.

SV Wehen Wiesbaden

Am östlichen Ufer des Rheins und gegenüber der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt Mainz liegt die hessische Hauptstadt Wiesbaden, die rund 276.000 Menschen ein Zuhause bietet. Neben dem Neroberg mit seiner historischen Bergbahn, dem hessischen Landtagsgebäude und der größten Kuckucksuhr der Welt hat die Landeshauptstadt auch hochklassigen Drittligafußball zu bieten. Mit dem ursprünglich aus Taunusstein stammenden Verein SV Wehen Wiesbaden trägt seit 2007 ein ambitionierter Fußballclub seine Heimspiele in der 12.500 Zuschauer fassenden Wiesbadener Brita-Arena aus, die im ersten Jahr sogar erfolgreichen Zweitligafußball zu sehen bekam. Mit dem Abstieg im Sommer 2009 begannen für den SVWW die mal mehr, mal weniger erfolgreichen Drittligajahre, die bis zum heutigen Tage anhalten und den SV Wehen aufgrund der langen erfolgreichen Zugehörigkeit gar zum „Drittligadino“ machten. Zu den größten Erfolgen der Wehener zählen neben den Zweitligajahren zwischen 2007 und 2009 zudem vier Hessenpokalsiege und ein DFB-Pokal-Achtelfinale. Zu den erfahrensten Spielern im Team von Trainer Rüdiger Rehm zählt neben dem liebevoll als „Krake“ betitelten Torhüter und Elfmeterkiller Markus Kolke Abwehroutinier Alf Mintzel, der bereits seit 2010 das Trikot der „Rot-Schwarzen“ trägt und bei den Wehener Anhängern als Fußballgott gilt. Auch in Sachen Torgefahr ist der SVWW nicht zu unterschätzen. An de Seite des letztjährigen Drittliga-Toptorjägers Manuel Schäffler sorgt vor allem der 22-jährige Daniel Kofi Kyereh für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Der vor der Saison vom Regionalligisten TSV Havelse an den Rhein gewechselte Mittelfeldspieler erzielte bislang in 17 Drittligaspielen zehn Tore und stellt zusammen mit Schäffler und Simon Brandstetter eine der stärksten Offensivabteilungen der gesamten dritten Liga. Der SVWW rangiert in der dritten Liga mit Platz sechs aktuell in unmittelbarer Nähe zu den Aufstiegsplätzen, die in der Rückrunde weiter in Angriff genommen werden sollen. Das Duell im Hessenpokal gegen den SCHD ist das erste Spiel zwischen beiden Mannschaften.

FC-Astoria Walldorf

Fahren wir die Autobahn 61 Richtung Süden und wechseln am Kreuz Ludwigshafen-Nord auf die A6, kommen wir nach etwa 40 Minuten zum Autobahnkreuz Walldorf, in dessen Nähe unsere nächste Regionalliga-Station liegt. Im südlichen Rhein-Neckar-Kreis liegt die 15.500-Seelen-Gemeinde Walldorf, die durch den Hauptsitz des Softwareunternehmens SAP überregional bekannt ist. Auch der örtliche Fußballclub Astoria Walldorf wird außerhalb der baden-württembergischen Landesgrenzen immer bekannter, wozu vor allem die DFB-Pokal-Saison 2016/17 beitrug, als der FC-Astoria mit dem SV Darmstadt 98 und dem VfL Bochum zwei höherklassige Teams in den ersten beiden Runden aus dem Pokal werfen konnte. Seit nunmehr vier Jahren ist die Mannschaft von Trainer Matthias Born in der Regionalliga Südwest vertreten. Mit dem 2006 fertiggestellten Dietmar-Hopp-Sportpark spielen die Blau-Weißen in einem reinen Fußballstadion, das 5.000 Zuschauern Platz bietet. Nur ein Punkt trennt den SC Hessen von den auf Platz 17 liegenden Walldorfern, die bislang vier Siege feiern konnten. Beim torlosen Hinspiel in Dreieich konnte Stürmer Erik Wekesser seine Torbilanz nicht weiter aufbessern, sodass er bei bislang sieben Saisontreffern bleibt.

Mainz 05 II

Unser nächster Gast im Hahn Air Sportpark nimmt die Flussquerverbindung über Rhein und Main und endet für das Spiel im Hahn Air Sportpark mit einem Landgang am Hengstbach. An der Landesgrenze zu Hessen am westlichen Ufer des Rheins liegt die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz, die seit Jahren ein fester Bestandteil der 1.Fußball-Bundesliga ist. Seit der Saison 2009/10 spielt der hier ansässige Fußballclub Mainz 05 wieder in Deutschlands höchster Spielklasse und sorgt dabei häufiger für Aufsehen. Insgesamt vier Mal qualifizierte sich der selbsternannte Karnevalsverein für den Europacup und erreichte einmal das DFB-Pokal Halbfinale in der Saison 2008/09. Seit dem Jahr 1992 verfügt Mainz 05 auch wieder über eine zweite Mannschaft, nachdem die vorherige Zweitvertretung in den 1960er-Jahren aufgelöst worden war. Ein folgender Aufstiegsmarathon ließ die kleinen „Nullfünfer“ ab 2003 in der Regionalliga an den Start gehen, die ausschließlich von der 3.Liga zwischen 2014 und 2017 getoppt wurde. Seit letztem Jahr spielt Mainz 05 II wieder in der Regionalliga Südwest und trifft damit auch auf unseren SC Hessen Dreieich, der am 11. Spieltag im Rheinland antrat. Einen ausgezeichneten Rahmen für das Spiel bot dabei das Stadion am Bruchweg, das von 1938 bis 2011 die erste Mannschaft der „Nullfünfer“ beheimatete. 15.100 Menschen finden in der Mainzer Kultstätte Platz, die in der Bundesliga als eines der stimmungsvollsten Stadien galt. Im Hinspiel verdiente sich das Stadion diesen Ruf vor allem durch unsere zahlreich angereisten Auswärtsfans, die den SC Hessen Dreieich zu einem spielerisch überzeugendem 1:1-Unentschieden peitschten. Wie der SCHD hat auch Mainz II aktuell 18 Punkte auf dem Konto und liegt nur dank des besseren Torverhältnisses vor dem Aufsteiger auf dem 14. Tabellenplatz. Besonders gefährlich präsentiert sich bei den Mainzern diese Saison Stürmer Karl-Heinz Lappe, der bislang acht Saisontreffer erzielen konnte und somit bereits mehrere Hintermannschaften kielholen ließ.

(tw)

 

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