Segel setzen Richtung Klassenerhalt (6): Stuttgart und Frankfurt-Bornheim

Halbzeit in der Regionalliga Südwest. Der SC Hessen Dreieich startete im vergangenen Juli seine Jungfernfahrt zum Zielhafen Klassenerhalt. Nun liegen nach Monaten zwischen rauem und ruhigem Wellengang noch mindestens 15 richtungsweisende Spiele vor den Kickern vom Bürgeracker. Im Rahmen der Serie „Segel setzen Richtung Klassenerhalt“ nehmen wir die kommenden Gegner in der Regionalliga sowie im Hessenpokal genauer unter die Lupe und stellen euch unsere Mitbewerber kurz vor. Im sechsten Teil dreht sich alles um die Zweitvertretung des VfB Stuttgart und den FSV Frankfurt.

VfB Stuttgart II

Ende April fahren wir den Main hinab, schippern an der Rheinmündung auf Deutschlands größten Fluss Richtung Süden und biegen ab auf den Neckar Richtung Stuttgart, wo wir schließlich bei der Zweitvertretung des VfB zu Gast sind. 200 Kilometer südlich von Frankfurt, zwischen Wald und Reben, liegt die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, die 630.000 Menschen ein Zuhause bietet. Bekannt für Maultaschen und die Automarken Mercedes-Benz und Porsche, kann Stuttgart mit dem Bundesligisten VfB Stuttgart auch erfolgreichen Fußballverein vorweisen, der bereits fünf Mal Deutscher Meister wurde und drei Mal den DFB-Pokal gewann. Allerdings ist es nicht der große, sondern der „kleine VfB“, den wir bei der Vorstellung unserer Mitstreiter in der Regionalliga Südwest unter die Lupe nehmen. Die Reserve der Stuttgarter ist – entgegen erster Vermutungen – jedoch auch kein ungeschriebenes Blatt. Ganz im Gegenteil: mit zahlreichen Spielzeiten in der 3. Liga gilt die zweite Mannschaft des VfB als eine der erfolgreichsten Amateurmannschaften in ganz Deutschland. Ihre Spiele trägt die Reserve des VfB im Gazi-Stadion auf der Waldau aus, das 11.400 Zuschauer fasst und seit seiner Einweihung im Jahr 1905 als ältestes Stadion der Bundesrepublik gilt. Spieler im Fokus der „Jungen Wilden“ ist mit Tobias Werner ein erfahrener Routinier, der für den FC Augsburg insgesamt 127 Bundesligaspiele bestritt, 5 Spiele in der UEFA-Europa-League absolvierte sowie für Jena, Augsburg, Stuttgart und seinen letzten Verein, den 1.FC Nürnberg, insgesamt 149 Einsätze in der zweiten Liga zu verbuchen hat. Der Toptorjäger der Schwaben ist hingegen der 20-jährige David Tomic, der bei allen 20 Spielen auf dem Platz stand und dabei insgesamt sieben Tore erzielte. An das Hinspiel erinnert man sich aus Dreieicher Sicht gerne zurück. Nach aufopferungsvollem Kampf siegte die Truppe vom Bürgeracker verdient mit 2:1 und holte sich nach vier Unentschieden in Serie den zweiten Saisonsieg. Dieses Gefühl eines erfolgreichen Fußballspiels hatten die Stuttgarter zuletzt Anfang September. Dort siegte die Elf von Trainer Marc Kienle beim FSV Mainz 05 II mit 3:2 und sammelte seither nur noch fünf weitere Punkte gegen den Abstieg. Wenig verwunderlich, dass der „kleine VfB“ langsam durchgereicht wurde und mit 18 Punkten derzeit auf einem mageren 16. Tabellenplatz rangiert. Ähnlich wie der SC Hessen Dreieich verfolgt der VfB Stuttgart II somit in der Rückrunde nur noch das Ziel Nichtabstieg.

FSV Frankfurt

Anfang Mai lassen wir das Schiff im heimischen Hafen vor Anker und besuchen die Landratten vom FSV Frankfurt. Europäischer Finanzplatz, Verkehrsknotenpunkt und Tor zur Welt. All das sind Charakteristiken, die auf die Stadt Frankfurt zutreffen. Die Mainmetropole inmitten des Rhein-Main-Gebiets liegt nur unweit von den Toren Dreieichs entfernt und ist mit rund 740.000 Einwohnern zudem die größte Stadt Hessens. Neben erfolgreichem Basketball und Eishockey, kann Frankfurt mit der Eintracht und dem FSV Frankfurt auf zwei traditionsreiche Fußballvereine blicken, die als bekannte Aushängeschilder der Sportstadt Frankfurt am Main gelten. Besonders der FSV Frankfurt gerät dabei ins Blickfeld unseres SCHD, da sich der Verein nach einem sportlichen und einem finanziellen Abstieg seit 2017 in der Regionalliga Südwest wiederfindet. Dabei liest sich die Historie des FSV beeindruckend: eine süddeutsche Meisterschaft, ein Pokalfinale und 23 Jahre Zweitligazugehörigkeit kann der 1899 gegründete Verein vorweisen. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft von Trainer Alexander Conrad in der PSD Bank Arena in Frankfurt-Bornheim aus, in der rund 12.500 Zuschauer Platz finden. Mit 23 Punkten belegt der FSV zurzeit den 12. Tabellenplatz der Regionalliga Südwest und möchte in der Rückrunde den Abstand nach unten weiter vergrößern. Eine Stütze ist dabei Mittelfeldspieler Ilias Soultani, der mit sieben Saisontreffern aktuell auf Platz eins der internen FSV-Torschützenliste liegt. Beflügelt vom Pokalsieg in Offenbach erzielte der SC Hessen Dreieich im Hinspiel vor über 1100 Zuschauern im Hahn Air Sportpark einen beeindruckenden 2:1-Sieg und konnte sich somit langsam aus der Abstiegszone herausarbeiten.

(tw)

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