Leistungsgerechtes 1:1 im Testspiel-Finale

Leistungsgerecht endet das Tespiel-Finale des SC Hessen Dreieich und des TSV Steinbach mit 1:1. Nach einer durchaus nicklig und ernst geführten ersten Halbzeit ohne größere Chancen kamen beide Mannschaften gefälliger aus der Pause und spielten zielgerichteter in Richtung des gegnerischen Gehäuses. Ein fantastischer Schnittstellenpass von Toni Reljic auf Uwe Hesse leitete das 1:0 ein, beim 1:1 auf der Gegenseite durch Kunert blieb Pierre Kleinheider ohne Abwehrchance. In der Schlussviertelstunde ließ Tino Lagator das 2:1 für die Hausherren liegen, Steinbach hingegen blieb ein Elfmeter verwehrt. 

Mit erneut einigen Änderungen in der Startelf im Vergleich zum 2:0 gegen die U19 der Frankfurter Eintracht gingen die Hausherren ins Spiel. Auffällig dabei: Auf eine klassische Sturmspitze verzichtete das Trainerteam um Rudi Bommer zunächst, schickte Zubayr Amiri als „falsche Neun“ aufs Feld. Stammstürmer Tino Lagator, der gegen die „jungen Adlern“ einige hochkarätige Chancen ausgelassen hatte, blieb nur der Bankplatz, Kai Hesse wurde geschont und stand nicht im Kader.

Und das Spiel startete vor rund 135 Zuschauern bei bestem Fußballwetter direkt mit zwei Großchancen. Erst gelang es Pierre Kleinheider, einen Freistoß von Timo Kunert aus rund zwanzig Metern aus dem Winkel zu fischen (2.), nur eine Minute darauf kam Abassin Alikhil im Gewühl des gegnerischen Strafraums aus gut fünf Metern frei zum Abschluss, jagte seinen Volleyschuss jedoch weit über das Tor der Gäste.

Fünf Minuten später wurde es wieder auf der gegenüberliegenden Seite gefährlich. Arnold Budimbu setzte in der 7. Spielminute von der Strafraumkante aus frei zum Flachschuss an, Kleinheider musste jedoch nicht eingreifen, da der Schuss den linken Pfosten um einige Meter verpasste. Bis zur dreißigsten Minute beharkten sich die beiden Mannschaften anschließend vornehmlich im Mittelfeld, erfolgreich im Bestreben, die Angriffsbemühungen des Gegners im Keime zu ersticken. Noch am gefährlichsten wurde es in der 28. Spielminute, als Uwe Hesse einen starken Freistoß in den Strafraum schlug und Amiri nur knapp verpasste. Im direkten Anschluss verfehlte Amiri das Gehäuse der Gäste nur knapp, Torhüter Tim Paterok hätte den Flachschuss nicht mehr klären können.

In der 34. Minute kam es nach Foul an David Al-Azzawe in Höhe des Mittelkreises zu einigen Wortgefechten, der Gefoulte selbst holte sich dafür die gelbe Karte ab. Und dessen gebrauchter Tag wurde nicht besser. Nachdem er über fünf Minuten behandelt wurde, reifte die Einsicht, dass es heute nicht weitergehen würde. Für Al-Azzawe kam positionsgetreu Tim Müller von der Bank. Steinbach ließ sich davon nicht beeindrucken und kam dem ersten Tor der Partie nach 41 gespielten Minuten nahe, als Budimbu durchgebrochen war und frei auf Kleinheider zulief, der den Braten jedoch gerochen hatte und aus seinem Kasten geeilt war, um Schlimmeres zu verhindern, was ihm mit einem Pressschlag gegen den Stürmer des TSV letztlich auch gelang.

In der 45. Minute fast das Eigentor: Hesses Flanke von rechts gelangte über eine unfreiwillige Verlängerung aus Reihen der Gäste zu Kunert, der den Ball fast im eigenen Kasten versenkt hätte – Slapstick in Dreieich. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erneut eine Chance für den SC Hessen, Alikhil zielte aus etwa 18 Metern knapp am linken Pfosten vorbei. Nach der Halbzeit blieben auf Seiten der Gastgeber Djakpa, Colella und Alikhil auf der Bank, dafür starteten Eduardo Landu Mateus, Toni Reljic und Danny Klein in die zweite Hälfte – ein deutliches, offensives Zeichen von Rudi Bommer. Die Gäste nahmen keine Änderungen vor dem Wiederanpfiff vor.

In der 51. Minute die erste Schrecksekunde für den SC Hessen: Kunert flankte von rechts nach innen, Denis Streker konnte gerade noch vor dem einschussbereiten Marcel Reichwein klären, hätte den Ball dabei allerdings fast im eigenen Gehäuse untergebracht. Die anschließende, erneut von Kunert servierte, Ecke landete bei Nico Herzig, der seinen wuchtigen Kopfball nur knapp rechts vorbeisetzte. Steinbach investierte nun mehr und wirkte griffiger.

In der 56. Spielminute klingte es dann dennoch auf der anderen Seite. Reljic bewies Übersicht und Auge und spielte einen fantastischen Schnittstellenpass auf Hesse, der den herausgeeilten Gästekeeper Paterok umkurvte und sicher aus rund 15 Metern einschoss – 1:0 für den SC Hessen Dreieich! Steinbach reagierte umgehend und brachte Daniel Reith, Nikola Trkulja und Christopher Kramer für Sasa Strujic, Fatih Candan und Marcel Reichwein. Gefährlicher blieben aber zunächst die Hausherren. Amiri kam frei vor Paterok zum Abschluss, dieser aber zeigte einen starken Reflex und konnte das 2:0 per Fußabwehr verhindern. Nun reagierte auch Rudi Bommer und brachte Tino Lagator für Torschütze Hesse (61.). Vier Minuten später durfte sich dann der Schlussmann des SCHD zeigen. Ein Schuss vom Trkulja aus rund zwanzig Metern senkte sich genau Richtung Winkel, Kleinheider hob ab und wischte das Spielgerät ansehnlich über das Tor.

Die nächste Chance ging auf das Konto von Sascha Marquet, der zunächst per Dribbling durch die gegnerische Hälfte eilte – und dabei nicht weniger als vier Verteidiger stehenließ – und seinen starken Abschluss nur nicht im Gebälk unterbringen konnte, weil der Ball zuvor noch durch einen der in rot gekleideten Abwehrspieler der Gastgeber abgefälscht wurde (68.). Auch die sich daran anschließende Ecke entwickelte sich zur Gefahrensituation, Herzigs Kopfball flog diesmal nur um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei. In der 72. Minute wechselte Steinbach erneut. Für Florian Heister und den heute weitestgehend abgemeldeten Arnold Budimbu betraten Moritz Hannappel und Junior Ebot-Etchi den Rasen im Hahn Air Sportpark. Doch gefährlicher blieb Dreieich. Nach 74 gespielten Minuten flankte Kapitän Niko Opper von der rechten Grundlinie aus in die Mitte, Danny Klein stand richtig und kam zum Kopfball – nur die Latte stand dem 2:0 im Weg. Drei Minuten später rappelte es jedoch auf der anderen Seite. Marquet bediente aus dem Halbfeld Kunert, der aus rund 16 Metern flach ins linke Eck zum Ausgleich einnetzte – keine Chance für Kleinheider.

Es ging in die Schlussphase und nach 84 Zeigerumdrehungen hätte das 2:1 für Dreieich fallen müssen. Reljic drang in den Strafraum ein und legte erneut mit hervorragender Übersicht quer auf Lagator, der aus rund zehn Metern völlig frei zum Abschluss kam und den Ball zum Entsetzen der Zuschauer und der Bank der Gastgeber weit links vorbeischoss. Zwei Minuten später zappelte das Netz dafür auf der Gegenseite. Herzigs vermeintlichem 1:2 wurde allerdings die Anerkennung verwehrt, da Kramer zuvor im Abseits stand und somit nicht regelkonform vorbereitet hatte. Kurz vor dem Abpfiff reklamierten die Gäste im Strafraum dann auf Handspiel – und Dreieich hätte sich nicht beschweren dürfen, wäre der Elfmeterpfiff erklungen. Da die Pfeife von Schiedsrichter Christian Ballweg stumm blieb und erst Momente später zum Schlusspfiff ertönte, endete die Partie durchaus leistungsgerecht mit einem 1:1-Unentschieden.

SC Hessen Dreieich: Kleinheider – Djakpa (46. Mateus), Rau, Streker, Opper – Pezzoni, Henrich – U. Hesse (61. Lagator), Alikhil (46. Reljic), Colella (46. Klein) – Amiri

TSV Steinbach: Paterok – Strujic (59. Reith), Herzig, Welker – Heister (72. Ebot-Etchi), Marquet, Al-Azzawe (39. T. Müller), Kunert – Budimbu (72. Hannappel) – Reichmann (59. Kramer), Candan (59. Trkulja)

Tore: 1:0 U. Hesse (56.), 1:1 Kunert (77.)

Zuschauer: 135

Schiedsrichter: Christian Ballweg

(ms)

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