Der SC Hessen Dreieich tritt weiter auf der Stelle – 0:1 Heimniederlage gegen den FK Pirmasens

Der SC Hessen Dreieich war nach der Auswärtsniederlage in Balingen im Heimspiel gegen den FK Pirmasens um eine Reaktion und ein damit verbundenes Lebenszeichen bemüht. Ein mustergültiger Konter der Gäste und die fehlende Durchschlagskraft im eigenen Sturm führte zu einer in der Summe verdienten 0:1-Heimniederlage.

Im ersten Heimspiel des Jahres wechselte das Trainergespann Bommer/Weber im Vergleich zur verdienten Niederlage auf der schwäbischen Alb in der Vorwoche auf drei Positionen: Tino Lagator sowie Dominic Rau ersetzten Danny Klein und Eduardo Mateus im Mittelfeld, wohingegen Ljubisa Gavric für Denis Streker in die Innenverteidigung rückte.  Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beiden Mannschaften konnte die Bedeutung dieser Begegnung angemerkt werden, was einen offensiven Beginn ohne nennenswerte Torabschlüsse zur Folge hatte.

Die neu formierte Innenverteidigung stand sicher, was den Dreieichern einen überlegten Spielaufbau aus der Defensive heraus ermöglichte. Eine schöne Ballstafette über Constant Djakpa und Zubayr Amiri fand am Elfmeterpunkt jedoch keinen Abnehmer. Dennoch konnte den Dreieichern nach den ersten 15 Minuten Spielfreude und eine optische Überlegenheit auf dem Feld attestiert werden. So war es Amiri, der diesen Trend fortsetzte und einen Fallrückzieher in der 16. Minute zwar weit, aber ansehnlich über das Tor setzte.

Ein Freistoß aus halblinker Position wurde von Uwe Hesse gefährlich vors Tor gezogen, flog aber letztendlich an Freund und Feind vorbei und wurde von der Gästeabwehr geklärt. Die Abschlussschwäche, die als roter Faden der bisherigen Saison bezeichnet werden kann, war den Hausherren weiterhin deutlich anzumerken. In der 23. Minuten näherte sich der Gast aus Pirmasens dem Dreieicher Tor erstmals gefährlich, die Ecke und der anschließende Nachschuss von Ricky Pinheiro Coutinho wurde jedoch rechtzeitig von der rot-weißen Hintermannschaft abgeblockt.

Der FKP biss sich nun in der Dreieicher Hälfte fest. Daniel Henrich verhinderte den Rückstand der Hausherren nach einer weiteren Ecke der Gäste in höchster Not und klärte für den bereits geschlagenen Pierre Kleinheider auf der Torlinie. Nur zwei Zeigerumdrehungen später kamen die Pfälzer in Person von Patrick Freyer erneut zu einem gefährlichen Abschluss, als er freistehend aus 16 Meter abzog, das Leder jedoch knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte.

Nach dem ansehnlichen Beginn kippte die optische Spielüberlegenheit nun zu Gunsten der Blauen. Nachdem der SCHD den Sturmlauf des FKP ergebnistechnisch schadlos überstand, konnte Niko Opper in Anschluss an einen fatalen Fehler im Spielaufbau der Pfälzer den Ball erobern, scheiterte mit seinem Schuss aber am starken Benjamin Reitz auf der Linie. Das runde Leder prallte in Folge der Toraktion vor die Füße des freistehenden Tino Lagator, dessen Abschluss jedoch eher einer kläglichen Rückgabe zum Gästekeeper glich.

Besser machte es der Kroate nur zwei Minuten später, als er einen satten Fernschuss in den Maschen des Gegners versenken konnte. Leider stand Amiri beim Zuspiel im Abseits und die Führung wurde regelkonform zurückgepfiffen. Pirmasens zeigte sich von den Dreieicher Großchancen unbeeindruckt und kam durch einen gefährlichen Kopfball von Manuel Grünnagel in der 42. Minute zu einem weiteren Torabschluss.

Den Schlusspunkt der ersten 45 Minuten setzte erneut Lagator, der eine mustergültige Flanke von Djakpa durchaus gekonnt annahm, den Ball aber ein weiteres Mal nicht in Richtung des gegnerischen Gehäuse justieren konnte. Der gute Schiedsrichter Thorsten Braun bat beide Teams infolgedessen bei einem Spielstand von 0:0 in die Kabinen. Nachdem die Pfälzer den ersten Offensivaktionen der Gastgeber mit engagierten Gegenangriffen konterten, kam Dreieich zum Ende des ersten Durchgangs wieder konzentrierter ins Spiel. Insgesamt ging das Unentschieden spielerisch und angesichts der Torchancen auf beiden Seiten in Ordnung.

Die Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine und schlossen nahtlos an das schwungvolle Offensivspiel des ersten Durchgangs an. In der 50. Minute war es Toni Reljic, der einen traumhaften Freistoß aus 20 Metern perfekt in Richtung des rechten Winkels schoss, aber im überragend reagierenden Reitz im Gästekasten seinen Meister fand. Doch „die Klub“ antwortete postwendend und kam in der 57. Zeigerumdrehung zu einer der größten Torchancen an diesem Tag. Dennis Krob stürmte, von der Abwehr der Gastgeber sträflich alleine gelassen, auf Keeper Kleinheider zu, der die Männer vom Bürgeracker wie schon so in dieser Saison, durch eine starke Parade im Spiel hielt.

Besser machte es Florian Bohnert in der 60. Minute. Nach einem mustergültigen Konter im Anschluss an eine Dreieicher Ecke lief Bohnert ebenfalls freistehend auf Kleinheider zu und konnte den Ball durch einen satten Flachschuss aus elf Metern ins linke untere Eck zum nicht unverdienten 0:1 verwerten. Dreieich zeigte sich in Folge des Rückstandes geschockt und agierte im Spielaufbau nun sehr nervös und fahrig. Rudi Bommer reagierte und brachte mit Danny Klein und Hugo Colella für Amiri und Djakpa in der 67. Spielminute zwei frische Offensivakteure. Die neuen Kräfte belebten die Dreieicher Offensivbemühungen eindeutig. Colella schickte Hesse auf der rechten Außenbahn, der direkt wieder auf den Franzosen zurücklegte, welcher jedoch den Ball trotz aussichtsreicher Abschlussposition durch einen Stoppfehler nur ins Toraus bugsieren konnte (70.).

Die Hausherren bissen sich in der gegnerischen Hälfte fest und vergaßen das Verteidigen. Ein gefährlicher Konter der Gäste konnte kurz nach der Dreieicher Gelegenheit erneut im Tor untergebracht werden. Dennis Krob befand sich jedoch im Abseits, weshalb das 0:2 zurecht aberkannt wurde (73.). In der 76. Minute zog das heimische Trainergespann die letzte Wechseloption und brachte Maskenmann Loris Weiss für Uwe Hesse in die Partie.

In der Schlussphase verflachte die ansonsten spielerisch phasenweise ansehnliche Begegnung und wurde von diversen Nickligkeiten auf beiden Seiten geprägt. Pirmasens konzentrierte sich in den letzten Minuten auf die Defensivarbeit und konnte wütende Dreieicher Sturmläufe mal gekonnt und mal etwas glücklich abwehren. Die Hausherren verzeichneten keine gefährlichen Abschlüsse mehr und verloren in der Summe etwas unglücklich, aber nicht unverdient mit 0:1. Beste Torchancen wurden ein weiteres Mal reihenweise ausgelassen und der Gegner setzte durch brandgefährliche Konter besonders im zweiten Durchgang immer wieder schmerzhafte Nadelstiche, wovon einer zum Auswärtssieg des FKP im Tor untergebracht werden konnte.

Für den SC Hessen Dreieich geht es am kommenden Freitag (08.03, 19:30 Uhr, Sparda-Bank Hessen Stadion) gegen die Kickers Offenbach weiter.

Stimmen zum Spiel

Peter Tretter (Trainer FK Pirmasens):

Im Kampf gegen den Abstieg haben wir hier drei wichtige Punkte erzielt. Wenn man die Enge in der Liga sieht, war der Sieg enorm wichtig. Nach den beiden klaren Niederlagen wollten wir eine gewisse Stabilität ins Spiel bringen und das ist uns gut gelungen. Nach der Pause gestaltete sich das Spiel offener und wir machen das 1:0 zu einem geeigneten Zeitpunkt. Unser 2:0 wird meiner Meinung nach ungerechtfertigt zurückgepfiffen. Im Endeffekt haben wir das Spiel verdient gewonnen, da wir die besseren Chancen verzeichnen konnten.

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich):

Wir waren in der ersten Halbzeit gut im Spiel, konnten es kontrollieren und haben wenig zugelassen. Wieder einmal wurden einige hundertprozentige Torchancen ausgelassen und es fehlte an Sicherheit in der Mannschaft. Im zweiten Durchgang haben wir den Faden dann nach Toni Reljics Freistoß komplett verloren. Die Hintermannschaft hat Bälle springen lassen und sich diverse Anfängerfehler geleistet. Du musst den Abstiegskampf annehmen und im Spiel drin sein. Wir haben den Gegner dazu eingeladen, die Tore zu machen. Peter hat es gesagt: Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel zurecht verloren. Wenn sich Hugo Colella cleverer anstellt, steht er frei vor der Kiste und macht das Ding rein. Die Mannschaft hat stark durch die Mitte gespielt. Wir wollten eigentlich mehr über die Außen kommen. Dann kamen noch die Nerven hinzu, denn die drei Punkte wären ein wichtiger Schritt gewesen. Wir haben im Moment unsere Nerven nicht im Zaum.

(bb)

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