Knappe Niederlage auf dem Bieberer Berg – SCHD verliert erneut mit 0:1

Wieder nichts: Der SC Hessen Dreieich verliert sein Nachbarschaftsduell in Offenbach mit 0:1 und kassiert damit die vierte Pleite in Folge. Die Nichtabstiegsplätze bleiben trotz der Niederlage in Reichweite.

Beim Flutlichtspiel auf dem Bieberer Berg vertraute Rudi Bommer in Abwesenheit des kurzfristig erkrankten Ralf Weber einer auf fünf Positionen veränderten Startaufstellung im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen den FK Pirmasens in der Vorwoche. Streker, Weiss, Kai Hesse, OFC-Schreck Klein und Alikhil rotierten für Gavric, Reljic, Lagator, Uwe Hesse und den erkrankten Pezzoni in die Anfangsformation des SC Hessen Dreieich, der bestrebt war, seine dürftige 2019er-Bilanz aufzubessern.

Eine optische Überlegenheit in der Anfangsphase des Spiels, das aufgrund großen Andrangs mit rund zehnminütiger Verspätung angepfiffen wurde, hatte zunächst der OFC, der jedoch vor den gefährlichen Angriffen der in blau gekleideten Dreieichern gewarnt sein musste. Offenbach schien mit der Spielmacherrolle in der Anfangsphase überfordert, Dreieich hingegen versuchte aus einer stabilen Defensive heraus, sich hin und wieder im Offenbacher Abwehrdrittel festzusetzen. Die erwähnenswerteste Chance für den Gast aus Dreieich war deshalb folgerichtig ein Schuss aus der zweiten Reihe von Constant Djakpa, den OFC-Keeper Brune erst im Nachfassen hatte (19.).

Es verstrichen weitere 13 Minuten ohne nennenswerte Gelegenheiten auf beiden Seiten, bis sich OFC-Mittelfeldantreiber Garic auf der linken Seite mit einer sehenswerten Einzelleistung in Richtung Grundlinie durchsetzte. Seine Flanke auf den in der Mitte lauernden Akgöz unterschätzte der SCHD-Keeper Kleinheider und hatte das Glück, dass Akgöz‘ Kopfball neben das Tor ging (32.). Auch in der 36. Minute war es Garic, dessen Schuss rund einen Meter über das Tor von Kleinheider segelte und der somit für die zweite Offenbacher Chance binnen weniger Minuten sorgte. Dreieich nahm das kampfbetonte Spiel auf dem ins Fluchtlicht getauchten Grün des Sparda-Bank-Hessen-Stadions an und setzte immer wieder erfolgreich Nadelstiche, bei denen jedoch entweder das nötige Quäntchen Glück oder der letzte Pass fehlte.

Dann jedoch wurde es gefährlich: Sowohl Kai Hesse (44.) als auch Loris Weiss (45.) einen Angriff später fanden sich plötzlich mit freier Schussbahn vor Brune, konnten aber im letzten Moment von der OFC-Verteidigung gestört werden. So ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit war nicht einmal fünf Minuten alt, da zeigte Offenbach sofort seine Führungsambitionen. Rund zwanzig Meter vor dem Tor bekam Akgöz die Kugel serviert und versuchte es mit dem direkten Abschluss. Über Kleinheider hinweg klatschte der Ball an die Unterkante der Latte, von wo aus er schließlich knapp vor der Linie landete (50.). Es war die beste Chance der bisherigen Partie, in der Offenbach auch direkt mit der Führung aus der Pause hätte gehen können.

Dreieich wusste zu antworten: Eine Djakpa-Flanke landete auf dem Kopf von Amiri, dessen Kopfball zur schwer zu klärenden Bogenlampe für OFC-Keeper Brune wurde (56.). Nach der Ecke zappelte der Ball plötzlich im Netz der Kickers: Einen zweiten Ball von Alikhil nahm Kai Hesse aus der Luft und versenkte die Kugel aus kurzer Distanz im rechten unteren Eck. Das Gespann um den starken Schiedsrichter Daniel Schlager hatte allerdings zuvor die Fahne gehoben, was den Jubel der rund fünfzig Dreieicher Fans schnell im Keim erstickte (57.).

Es wurde flotter im zweiten Durchgang und so fand sich Reinhard in der 62. Minute nach einem Pass von der Strafraumkante frei vor Kleinheider, doch der Dreieicher-Schlussmann rettete die Gäste mit einem starken Fußreflex vor dem Rückstand. Nur wenige Sekunden verwandelte sich eine Offenbacher Flanke plötzlich in einen Torschuss, der Ball verpasste das Tor um wenige Zentimeter (64.).

In der 74. Spielminute war es dann soweit: Der ein ums andere Mal sträflich freistehende Marx brachte eine flache Hereingabe von rechts, in der Mitte war Reinhard zur Stelle und versenkte aus fünf Metern den Ball unhaltbar für Pierre Kleinheider im rechten oberen Winkel – 0:1. Der Nackenschlag für den SC Hessen, der Offenbach fortan beflügelte. Nach und nach rollten die Angriffe auf das SCHD-Tor, die Kleinheider und die Dreieicher Abwehr jedoch zu verteidigen wussten.

Kickers Offenbach hatte das Spiel vor 6176 Zuschauern nun im Griff: Garic versuchte es erneut mit einem Schuss von der Strafraumlinie, dieser jedoch segelte, ähnlich wie im ersten Durchgang, deutlich über das Tor des SC Hessen (83.). Dreieich machte nun auf und der OFC konterte, konnte aber auch mit einem Reinhard-Schuss in der Nachspielzeit den Spielstand nicht höher schrauben. Ein enges und umkämpftes Regionalligaspiel endete mit einer knappen 0:1-Niederlage des SC Hessen Dreieich, der sich allerdings trotz einer Serie von vier Niederlagen aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen weiterhin in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen befindet. Offenbach hingegen verkürzt den Rückstand auf die Tabellenspitze zumindest über Nacht auf sechs Punkte.

Stimmen zum Spiel

Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Wir waren direkt zu Anfang richtig gut im Spiel. Nach den zwei Niederlagen zuletzt haben die Jungs das richtig gut und diszipliniert gemacht. Wir haben den Kickers das Leben schwer gemacht in der ersten Halbzeit, hatten da auch zweieinhalb Chancen. Loris muss gleich aufs Tor schießen, anstatt den Ball anzunehmen und sich abdrängen zu lassen. Wir bemängeln schon länger, dass wir zaghaft und nicht entschlossen sind. In der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen, Zubayrs Kopfball hält Brune gut. Mit den Einwechslungen des Gegners wurde der Druck größer, acht Minuten lang haben wir nachgelassen, haben die Außenpositionen aus den Augen verloren, waren am Schluss unsortiert. Folgerichtig bekommst du das Gegentor. Wir bekommen diese Schlagkraft vorne rein nicht so hin, wie sie der OFC hat derzeit hat. So gibst du das Spiel ab, nach der Leistung in der ersten Halbzeit hätte es uns gut getan, den Punkt mitzunehmen, aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir es nicht verdient. So ein Junge wie Reinhard aus der achten Liga muss in eine intakte Mannschaft eingeführt werden. Bei uns würde er nicht so funktionieren, da das bei uns vorne eher Stückwerk ist. Seit dem ersten Rückrundenspiel haben wir mit einer Grippewelle zu kämpfen, das ist für das Team nicht so einfach. Wir müssen schauen, wie wir das in den Griff bekommen. Da wird es mit den Einwechslungen schwer, weil wir nicht so gut bestückt sind wie die Kickers.“

Daniel Steuernagel (Trainer Kickers Offenbach): „In der ersten Halbzeit macht Dreieich ein gutes Spiel, wir hatten wenig Lösungen mit Ball, da der Gegner uns Mann gegen Mann angelaufen hat. Das haben wir zur zweiten Halbzeit geändert und aus dem Mittelfeld zurückgezogen, hatten dann Überzahl in der letzten Ebene. Wir kamen daraufhin besser ins Spiel, gerade durch die Einwechslungen und das Tempo von Ko. Reinhard macht ein nicht einfaches Tor, auch Firat hat gut gespielt. Aufgrund der Steigerung in der zweiten Halbzeit ist das Ergebnis unter dem Strich verdient. Dreieich punktet gegen starke Mannschaften gut oder verliert nicht noch, sie verteidigen gut. Von daher bin ich sehr zufrieden über den sechsten Sieg in Folge.“

Kickers Offenbach: Brune – Lovric, Albrecht, Kirchhoff – Ikpede (46. Sawada), Garic – Marx, Hodja, Vetter – Akgoez (72. Firat), Hirst (61. Reinhard)

SC Hessen Dreieich: Kleinheider – Klein, Rau, Streker, Opper – Djakpa (78. U. Hesse), Henrich, Alikhil (84. Reljic)– Weiss, K. Hesse, Amiri (87. Teklab)

Tore: 1:0 Reinhard (75.)

Zuschauer:  6.176

Schiedsrichter:  Daniel Schlager

(tw)

 

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