Heimspiel gegen Elversberg – SCHD unter Zugzwang

Das unglückliche 0:1 in Homburg bedeutete gleichzeitig die vierte Niederlage im fünften Spiel des Jahres 2019 für den SC Hessen Dreieich. Spielerisch können der Mannschaft bis auf die nötige Durchschlagskraft im Torabschluss nicht viele Vorwürfe gemacht werden, da die Defensive größtenteils diszipliniert agiert und die erfahrenen Verteidiger um Denis Streker und Dominic Rau über Kevin Pezzoni einen taktisch fundierten Spielaufbau präsentieren. Gegen die SV Elversberg kann Rudi Bommer auf einen nahezu vollständigen Kader zurückgreifen. 

Der Wille und der Zusammenhalt ist der Mannschaft in jeder Minute auf dem Spielfeld anzumerken, es fehlt jedoch in vielen Szenen das nötige Glück und die Kaltschnäuzigkeit im gegnerischen Strafraum, um den Bock über 90 Minuten umzustoßen. Der Glaube an den Klassenerhalt ist auch weiterhin in den Köpfen der Dreieicher existent, zwar gleicht dieses Unterfangen bei fünf Punkten Rückstand auf einen zu 100% gesicherten Nichtabstiegsplatz einer Mammutaufgabe, allerdings wurden im Fußball schon ganz andere Wunder vollbracht.

Von Vorteil ist für die Rot-Weißen mit Sicherheit, dass noch einige der unmittelbaren Konkurrenten um den Ligaverbleib in direkten Duellen bespielt und besiegt werden können. Die SV Elversberg gehört nicht zu den tabellarischen Nachbarn des SC Hessen, da man sich an der Kaiserlinde nach einem schwachen Saisonstart im Laufe der Hinrunde erholte und mittlerweile einen Platz im gesicherten Mittelfeld einnimmt.

Der traditionsreiche Verein aus dem Saarland wurde 1907 gegründet und erhielt seinen heutigen Namen nach dem Zusammenschluss aller Elversberger Vereine im Jahr 1952. Nach vielen Jahren in den unterklassigen Ligen des Saarlandes und des Südwestens gehörten die Schwarz-Weißen ab 1998 durchgehend der Regionalliga an, aus der sie 2013 das erste und bisher einzige Mal den Sprung in die 3. Liga schafften. Nach nur einer Saison mussten die Elversberger (Platz 18) jedoch zusammen mit dem 1. FC Saarbrücken (Platz 20) den Gang zurück in die Viertklassigkeit antreten. Die Mannschaft aus dem Landkreis Neunkirchen und der 1. FCS repräsentieren somit die beiden bisher letzten Vereine aus dem Saarland, die im Profifußball ihre Schuhe schnürten.

Die Schuhe der willensstarken Dreieicher Mannschaft werden auch am Samstag wieder ausreichend festgezurrt sein, wenn es darum geht, einen wichtigen Dreier auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel Klassenerhalt einzufahren. Personell ist zu erwähnen, dass Defensivstabilisator Streker aufgrund seiner fünften gelben Karte aus dem Spiel in Homburg am Samstag gesperrt fehlen wird. Ansonsten ist die anhaltende Grippewelle überstanden und das Trainergespann kann sich (kurzfristige Ausfälle ausgenommen) aus einem gut besetzten Kader bedienen.

Doch nicht nur im Kader, sondern auch neben dem Platz könnte es voll werden. Der SC Hessen Dreieich lädt ab 10 Uhr bei freiem Eintritt zum Familientag ein. Mit verschiedenen Fußballstationen, Fußballtennis, Fahnenbasteln und Fußballbillard wird es für Jung und Alt definitiv nicht langweilig.

Auch Trainer Rudi Bommer verspricht einen unterhaltsamen Nachmittag, warnt aber gleichzeitig auch vor den starken Elversbergern: „Bitter für uns ist, dass wir nach seiner fünften gelben Karte auf Denis Streker verzichten müssen. Das ist sehr schmerzlich, weil wir in der zweiten Hälfte gegen Homburg gut drauf waren und insgesamt gut gespielt haben. Wenn immer jemand fehlt, wird es für ein Team schwer, sich einzuspielen. Auch haben viele von unseren Spielern noch das Hinspiel im Hinterkopf, das wir leider unglücklich in der Nachspielzeit verloren haben. Dennoch würde ich mir wünschen, dass meine Jungs ihre herausgespielten Chancen diesmal auch nutzen und sich für ihre harte Arbeit belohnen. Elversberg ist nach vorne hin immer gefährlich und hat vor der Saison nicht ohne Grund zu den Mitaufstiegskandidaten gehört. Wir müssen deshalb zuhause alles abrufen. Es bleibt dabei: Wir müssen unsere Chancen nutzen und uns endlich belohnen.“

(bb/tw)

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