Higl-Show lässt „Spatzen“ mehrfach jubeln – SCHD verliert in Ulm

Der SC Hessen Dreieich verliert sein Auswärtsspiel beim SSV Ulm 1846 mit 0:5. Florian Krebs, Eintracht-Schreck Vitalij Lux und drei Mal der überragende Felix Higl ließen es 2900 Zuschauern bei kalten sechs Grad im Donaustadion dabei mehrfach warm ums Herz werden. 

Cheftrainer Volker Becker veränderte seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche gegen Mainz II auf insgesamt zwei Positionen. Für den gelbgesperrten Pezzoni und den angeschlagenen Tino Lagator rückten SCHD-Urgestein Danny Klein sowie Kai Hesse in die Startelf und bildeten gleichzeitig eine neu formierte Doppelspitze, die Ulm von Beginn an überraschen sollte.

Doch zu diesem Überraschungsmoment kam es nicht. Bereits nach fünf Spielminuten krümmte sich Danny Klein an der Seitenauslinie vor Schmerzen am Boden und musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Winterneuzugang Hugo Colella in die Partie und sollte helfen, den Schreckmoment schnell zu überwinden. Ein Schreckmoment kommt allerdings selten allein und so musste Dreieich gleich den nächsten Nackenschlag verdauen. Marcel Schmidts kombinierte sich an die Grundlinie und passte den Ball scharf in den Fünfmeterraum des SCHD, wo Felix Higl bereits eingelaufen war und das Spielgerät vom Innenpfosten aus ins kurze Eck beförderte (10.). Dreieich war zunächst von der Rolle und Ulm erspielte sich zwei Riesenmöglichkeiten binnen weniger Sekunden, die allerdings bedingt durch SCHD-Keeper Kleinheider (13.) und die Ulmer Inkonsequenz (15.) ohne zählbares Ergebnis blieben.

Der SC Hessen versuchte zu antworten, musste sich dabei allerdings von Ulm helfen lassen, als ein mit dem Kopf gefährlich abgefälschter Ball der Ulmer Hintermannschaft zur Prüfung für „Spatzen“-Torwart David Hundertmark wurde (17.). Dreieich kam gerade etwas zum Verschnaufen, da schlug Ulm eiskalt zu: Eine Flanke aus dem Halbfeld von Nico Gutjahr nahm Eintracht-Schreck Vitalij Lux volley und beförderte die Murmel unhaltbar für Kleinheider ins rechte Toreck – 2:0 (20.). Der SCHD hing nun völlig angeschlagen in den Seilen, es folgten weitere hochkarätige Chancen durch Higl (21.) und Stoll (23.), die Kleinheider allerdings mit Glanzparaden entschärfte. Ein Freistoß in der 25. Minute brachte dann Gefahr vor das Ulmer Tor, als Djakpas Flanke nur auf den aufgerückten SCHD-Innenverteidiger Denis Streker abgewehrt werden konnte, der allerdings dem Ball nicht den nötigen Druck verlieh, um Hundertmark zu überwinden.

Es passierte lange nichts. Ulm zog sich zurück und versuchte Nadelstiche zu setzen, der SC Hessen suchte nach der zündenden Idee in der Offensive, ohne dabei jedoch zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen. Folgerichtig ging es mit dem Stand von 0:2 aus SCHD-Sicht in die Halbzeitpause, in der sich Dreieich von seinen Nackenschlägen erholen konnte.

Sofort nach der Pause war von Erholung dann allerdings nichts mehr zu spüren, als nach einer Ulmer Ecke der Pfosten des Tores von Pierre Kleinheider erzitterte (47.). In der 50. Minute dann die Großchance für Dreieich: Nach einer Flanke von Djakpa flog zunächst Kai Hesse knapp am Spielgerät vorbei, doch Amiri machte die Situation noch mal gefährlich, seine erneute Hereingabe setzte Weiss knapp über das Tor (50.). Ulm machte es im Gegenzug besser: Henrich blieb nach einer Zweikampfaktion liegen und Ulm fuhr nach dem Dreieicher Ballverlust einen Konter über die rechte Seite. Gutjahrs Flanke konnte von Higl an der Grenze des Fünfmeterraums sogar noch angenommen werden, ehe er den Ball unhaltbar für Kleinheider zum 3:0 ins lange Eck beförderte (56.).

Einer Chance von Hugo Colella in der 62. Minute folgte ein guter Schuss von Vinko Sapina (65.), der im Anschluss ausgewechselt wurde. Der für ihn eingewechselte Morina tauchte dann keine zwei Zeigerumdrehungen später alleine vor Kleinheider auf, der allerdings lange stehen blieb und so die nächste Großchance vereitelte (67.). Es war die 71. Minute und es war wieder Morina, der mit einem Pass durch die Schnittstelle auf Kleinheider zulief, allerdings erneut zentral auf den Dreieicher Torwart schoss. Opper sorgte dann für die nächste Offensivgelegenheit des SC Hessen Dreieich. Sein Schuss aus spitzem Winkel konnte jedoch vom stehengebliebenen Hundertmark pariert werden (75.). In der 80. Minute ging dann die Higl-Show im Donaustadion weiter: Die dritte Vorlage durch eine Flanke von Nico Gutjahr fand den Kopf vom heute überragenden Felix Higl, dessen eigentlich schwacher Kopfball in Richtung des langen Ecks trudelte. Keeper Kleinheider, dessen Sicht verstellt war, konnte erst einen Sekundenbruchteil zu spät reagieren – 4:0 für die ‚Spatzen’.

Nur eine Minute später war es wieder Ardian Morina, der vor Kleinheider auftauchte. Dieser verhinderte mit einem starken Reflex den erneuten Einschlag (81.), genau wie in der 86. Minute ein Eigentor von Denis Streker, der eine Flanke von rechts ungewollt gefährlich für sein eigenes Team machte. Es half wenig: Florian Krebs staubte im Zuge des daraus folgenden Eckballs aus zwei Metern freistehend ab (87.). Es blieb beim auch in der Höhe verdienten 5:0-Heimsieg der „Spatzen“.

Stimmen zum Spiel

Volker Becker (Trainer SC Hessen Dreieich): „Glückwunsch an Ulm. Ich bin gar nicht so unzufrieden, wie man es nach einer solchen Niederlage vermuten könnte. Wir hatten gute Woche und ein gutes Abschlusstraining gestern, haben viel gesprochen und das System umgestellt. Danny Klein knickt nach ein paar Minuten auf dem Kunstrasen um und wir müssen ganz früh wechseln, gehen dann in Rückstand bei der heimstärksten Mannschaft der Liga. Bis zur Halbzeit sind wir relativ ohne eigene Chance, das muss man ehrlich sagen. In der zweiten Halbzeit passiert, was passiert, wenn du einem Rückstand nachläufst. Das ist nicht schön, aber so ganz unzufrieden bin ich nicht. Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht, aber Ulm hat klar und verdient gewonnen. Wir müssen weitermachen und uns auf Hoffenheim vorbereiten. Wir haben bewusst niemanden fitgespritzt und dafür junge Spieler mitgenommen, die vor der Saison nicht grundlos geholt wurden. Nach den Leistungen der letzten Wochen und Monate muss man realistisch sein. Wir denken aber nicht an den 18.5., sondern von Spiel zu Spiel. Wir haben noch nicht abgeschlossen. “

Holger Bachthaler (Trainer SSV Ulm):  „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, hätten auch noch ein, zwei Tore mehr machen können. In der englischen Woche haben wir es uns zum Ziel gesetzt, alle drei Spiele zu gewinnen. Wir haben zuletzt in der Regionalliga vier Siege eingefahren, 12:0 Tore, 12 Punkte, die Bilanz liest sich gut. Jetzt sind wir heiß darauf, in Frankfurt nächste Woche nachzulegen. Man konnte heute erkennen, dass die Mannschaft körperlich fit ist und wir aktiv sind. Wir hoffen den Lauf der letzten Wochen fortzuführen, freuen uns auf die nächsten Spiele und das Pokal-Halbfinale gegen Reutlingen.“

(tw)

 

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