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SC Hessen verliert 0:3 in Stuttgart

Es sollte wieder nicht sein: Der SC Hessen Dreieich verliert am 31. Spieltag sein Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II mit 0:3 und steht damit als erster Absteiger aus der Regionalliga Südwest fest. Nach der Verletzung von Danny Klein muss der SC Hessen mit Mohamed Boukayouh den nächsten Ausfall eines Leistungsträgers verkraften und hat damit weiterhin Pech am Schuh.  

Trainer Volker Becker hielt in seiner Aufstellung einige Überraschungen bereit. Neben Ersatztorwart Marcel Czirbus rotierten Teklab und Talijan in die Startelf. Dafür mussten zunächst Torhüter Kleinheider, Daniel Henrich und Dominik Rau auf der Bank Platz nehmen und das Kellerduell im immer stärker werdenden Regen von Stuttgart aus dem trockenen Auswechselhäuschen verfolgen.

Im Schatten der Mercedes-Benz-Arena war der VfB II gleich zu Beginn die tonangebende Mannschaft, sorgte mit seinen Abschlüssen in den ersten Minuten allerdings nicht wirklich für Gefahr. Nach elf Minuten erstmals Dreieich: Toni Reljic konnte sich auf der rechten Seite gegen seinen Gegenspieler behaupten und brachte eine Flanke auf den links eingelaufenen Loris Weiss, der es per Direktabnahme versuchte und den Ball gute zwei Meter über die Querlatte des Tores von Stuttgart-Keeper Florian Kastenmeier jagte. Nur drei Zeigerumdrehungen später setzte sich Henok Teklab links gut im 1-gegen-1-Duell gegen seinen Gegenspieler durch, seinen Pass auf Toni Reljic konnte dieser allerdings nicht rechtzeitig kontrollieren, weswegen der VfB II vor dem Abschluss noch einen Fuß dazwischen brachte (14.).

Auch fortwährend hatte der in weiß gekleidete VfB eine optische Feldüberlegenheit, konnte allerdings in den ersten zwanzig Minuten keine nennenswerten Abschlüsse erzielen. Dann konterte der VfB und es setzte prompt den Rückstand: Dreieich war in der Offensivaktion aufgerückt und einzig Denis Streker blieb in der Defensive als Absicherung zurück, weshalb der „kleine VfB“ mit einem Steilpass in die Spitze die Dreieicher-Defensive aushebelte, Streker im Laufduell nicht mehr entscheidend stören konnte und der eingelaufene David Kopacz den Ball nur noch an Ersatztorwart Czirbus vorbeischieben musste (23.).

Die Stuttgarter, die mit Timo Baumgartl und Erik Thommy zwei ihrer Bundesligaspieler in der Startelf brachten, konnten mit der Führung im Rücken nun etwas befreiter agieren, was sich nach einer Ecke in der 30. Minute zeigen sollte. Der SC Hessen bekam den Ball nicht aus dem eigenen Sechzehner und Jan Ferdinand hielt im Gewühl des Fünfmeterraumes mit dem Fuß drauf, doch sein Ball schrammte um Haaresbreite am Tor des heranfliegenden Czirbus vorbei. Dann der SCHD mit der Riesenchance, doch der VfB bekam wieder einen Spieler zwischen Tor und Ball und Abassin Alikhil schoss aus fünf Metern knapp am Tor von Florian Kastenmeier vorbei (32.).

Zwei Minuten später wieder der VfB mit der Riesenchance durch Bundesligaspieler Thommy, der mit seinem Schuss allerdings an einer starken Parade von Czirbus scheiterte (34.). Die letzte Chance im ersten Durchgang hatte dann wieder Dreieich: In der 44. Minute war es diesmal der VfB, der den Ball nicht aus dem eigenen Fünfer bekam und Nico Seegert so die Chance gab aus 14 Metern abzuschließen, doch der Ball konnte erfolgreich von der Hintermannschaft abgewehrt werden. Beim Stand von 0:1 ging es dann für beide Mannschaften in die Kabinen des Robert-Schlienz-Stadions, in dem im zweiten Durchgang aufgrund des Ergebnisses noch alles drin war.

Im zweiten Durchgang passierte lange nichts. Dreieich kontrollierte das Spiel, ohne sich zwingende Tormöglichkeiten zu erspielen. Stuttgart zeigte sich ebenfalls wenig vor dem Tor von Czirbus, schlug dann jedoch eiskalt zu: Nach einer Hereingabe von links nahm Stuttgart-Kaptitän Lukas Kiefer aus zwanzig Metern Maß und überwand den jungen Dreieich-Keeper schließlich mit einem satten Flachschuss zum 0:2 (60.).  Beide Teams hielten sich mit dem Erspielen von Torchancen zurück, doch der VfB Stuttgart II blieb kaltschnäuzig. Wieder gab es eine Hereingabe von links und wieder war es ein Flachschuss von Pedro Allgaier, der Marcel Czirbus im Dreieicher Tor hinter sich greifen ließ (69.).

Dennoch gab es beim Stand von 0:3 vor 260 Zuschauern im Robert-Schlienz-Stadion auch etwas Positives auf Dreieicher Seite zu vermelden. Eduardo Landu Mateus, der sich beim Rückrundenautakt am 24. Februar 2019 in Balingen verletzt hatte, feierte in der 70. Minute sein Comeback nach seiner langen Verletzungspause. Landu kam für Kapitän Opper und sollte auf der linken Abwehrseite Spielpraxis sammeln. Wenig später folgte auf diese gute Nachricht eine Hiobsbotschaft: Mohamed Boukayouh landete nach einem Luftkampf mit Erik Thommy unglücklich auf der Schulter. Die bittere Nachricht: Es ging nicht mehr weiter und da der SC Hessen Dreieich zudem mit Djakpa, Landu Mateus und dem verletzten Boukayouh bereits dreimal gewechselt hatte, ging es in den letzten 15 Minuten schließlich zu zehnt für die Mannen von Trainer Volker Becker weiter.

Durch Offensivaktionen von Djakpa (87.) und Amiri (90.) kam der SCHD am Ende noch zu nennenswerten Chancen, am Spielstand endete dies aber nichts. Mit dem 0:3 verlor der SC Hessen Dreieich das nächste Auswärtsspiel deutlich, hat darüber hinaus aber auch die schwere Verletzung eines wichtigen Leistungsträgers zu verkraften und steigt nach der 20. Niederlage im 31. Saisonspiel nun endgültig aus der Regionalliga-Südwest ab.

(tw)

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