Dreieich weiter sieglos, Bornheim feiert Klassenerhalt

Nächste Pleite: Der SC Hessen Dreieich verliert beim FSV Frankfurt mit 1:5 und bleibt damit weiterhin seit März ohne Punktgewinn. Das Tor für Dreieich erzielte Loris Weiss in der 36. Spielminute.

Trainer Volker Becker veränderte seine Startelf im Vergleich zur 0:3-Niederlage gegen die Reserve des VfB Stuttgart auf insgesamt zwei Positionen. Für Abwehrkante Denis Talijan und Flügelflitzer Henok Teklab rotierten Defensivspezialist Dominik Rau und Ex-Bundesligaprofi Constant Djakpa in die Anfangsformation.

Bei monatsuntypischen, nasskalten zehn Grad auf dem Rasen der PSD-Bank-Arena am Bornheimer Hang wurden die in rot gekleideten Dreieicher zu Beginn sofort in die Defensive gedrängt. Bereits in der zweiten Spielminute gab es eine Ecke für die Bornheimer, die diese sofort in etwas Zählbares ummünzten. Eine Flanke dicht vor das Tor von Marcel Czirbus erwischte FSV-Verteidiger Nestor Djengoue passend mit dem Kopf und wuchtete den Ball aus einem Meter zum 0:1-Rückstand aus Sicht der „Hessen“ unter die Latte.

Ein Missverständnis zwischen Torwart Czirbus und SCHD-Verteidiger Denis Streker machte das Ergebnis kurze Zeit später noch bitterer aus Sicht des SC Hessen Dreieich.  Der eingerückte Denis Streker forderte vor Czirbus den Ball, dieser bediente mit seinem Flachpass aber nur Vito Plut, der den Ball kurz darauf nur noch auf den einschiebenden Güclü zum 0:2 querlegen musste (9.). Nur eine Zeigerumdrehung später der FSV prompt mit der Chance auf das 3:0, doch Czirbus verkürzte gekonnt den Winkel und parierte in höchster Not (10.).

Es war gerade einmal etwas mehr als eine Viertelstunde gespielt, da bewahrte Czirbus den SCHD mit einer Glanzparade vor dem 3:0, nachdem eine Schick-Flanke die Dreieich-Abwehr komplett überspielte, Plut aus naher Distanz den Hammer auspackte und Czirbus den Riesenreflex auspackte (17.). Nach 20 Minuten wurde das 0:3 dann aber überfällig und es entwickelte sich das Duell FSV Frankfurt gegen Marcel Czirbus: Wieder kombinierte sich der FSV über die rechte Seite vor das Dreieicher Tor und Güclü brauchte aus zwei Metern nur den Fuß zum Einschieben hinhalten, doch Czirbus parierte mit einer starken Fußparade und brachte den FSV-Stürmer damit zur Verzweiflung (20.). Dreieich war nun um etwas Spielkontrolle bemüht, der FSV spielte weiter Pressing und setzte die Hintermannschaft des SCHD gekonnt unter Druck, konnte seine Feldüberlegenheit jedoch nicht in größere Gelegenheiten umwandeln.

Lange passierte nichts, dann schlug Dreieich eiskalt zu: Nach einem Pass aus dem Halbfeld war Loris Weiss plötzlich auf und davon und entschied sich im Duell gegen FSV-Keeper Marco Aulbach für den Erfolg bringenden Lupfer, mit dem der SCHD zum 1:2 verkürzte (36.). Der FSV versuchte sofort zu antworten, scheiterte mit einem Flachschuss aber erneut an Marcel Czirbus im SCHD-Kasten, für den der Flachschuss allerdings auch keine große Mühe darstellte (37.). Dann nochmal vor der Pause die Bornheimer, deren Distanzschuss von Robert Schick allerdings über das Dreieicher Gehäuse segelte. Mit dem Spielstand von 1:2 ging es in die Halbzeitpause, der sich jedoch für den SC Hessen glücklicher darstellte als für den FSV Frankfurt.

Der zweite Durchgang startete wie der erste. Einen harmlosen Ball zurück zu Torwart Czirbus nahm dieser mit der Hand auf – dachten zumindest alle. Der heranstürmende Vito Plut auf Frankfurter Seite spitzelte dem Torwart mit der Fußspitze den Ball aus der Hand, so dass die Murmel ins leere Tor trudelte (50.). Proteste bei Dreieich, Jubel beim FSV und verzögerte Freude auf der Tribüne, die sich besser spät als nie über das 3:1 erfreute. Ein Spiel, das für den jungen Dreieich-Torhüter ungünstig verlief, wenngleich er mehrmals mit starken Paraden den SCHD vor einem noch größeren Rückstand bewahrte. So auch in der 60. Spielminute, als er einen Distanzschuss des FSV gerade so aus dem Winkel kratzte. Doch Dreieich machte sich selbst das Leben schwer und kassierte durch eine selbstverschuldete Ecke das 1:4, nachdem Plut nach einer Flanke aus dem Halbfeld aus einem Meter nur noch einschießen brauchte (63.). Auch in der nächsten Situation sah die Hintermannschaft des SC Hessen nicht gut aus: Streker und Rau spekulierten nach einer FSV-Flanke auf Abseits, doch dann lief plötzlich Vito Plut alleine auf Torwart Czirbus zu, der lange stehen blieb und sich schließlich mit einer starken Parade auszeichnen konnte (68.).

Dann war Dreieich nach 71 Minuten wieder gefährlich, als Torwart Aulbach einen Distanzschuss aus 30 Metern nur zur Ecke abwehren konnte und dabei kurz wackelig wirkte. Die nächste Aktion gehörte wieder Bornheim und Vito Plut erzielte seinen Hattrick: Wieder schaute die Dreieicher Hintermannschaft nach einem hohen Ball aus dem Halbfeld nur hinterher und ließ den Stürmer auf Czirbus‘ Tor zulaufen, der diesmal nichts mehr ausrichten konnte und dem Ball nur noch zum 1:5 hinterhersah (75.). Der SC Hessen Dreieich sehnte nun dem Schlusspfiff entgegen, doch der FSV Frankfurt wollte mehr: Einen Schuss wie ein Strahl aus 20 Metern von Andreas Pollasch konnte Czirbus gerade noch so an die Latte lenken und Dreieich vor dem sechsten Gegentreffer bewahren (85.). Güclü nochmal in der letzten Spielminute mit einem Ball auf das Tor von Czirbus, diesen konnte der Keeper jedoch ohne Probleme aus der Luft fischen und es blieb beim gerechten 1:5, das für die Fans zum „Karneval in Bornheim“ wurde.

Volker Becker (Trainer SC Hessen Dreieich): „Ich hätte heute gerne erst nach zehn Minuten angefangen, ab da haben wir angefangen zu Spielen. Unverständlich nach dieser Trainingswoche, wir waren motiviert, haben zwei, drei Aussetzer und lagen 0:2 zurück. Da ist es schwierig ranzukommen. Zum Glück haben wir uns dann gefangen, Marcel hat uns mehrfach im Spiel gehalten. Mit einem schönen Konter aus dem Nichts kommen wir unverdient zum Anschluss und gehen mit 2:1 in die Halbzeit. Wir waren dann dran, haben einiges versucht und offensiv gewechselt, bekommen dann direkt das 3:1 und die Köpfe gehen runter. Am Ende haben wir verdient mit 5:1 verloren.“

Thomas Brendel (Trainer FSV Frankfurt): „Wenn das vor drei Wochen jemand gesagt hätte, dass wir hier sitzen und den Klassenerhalt gegen Dreieich geschafft haben, hätte uns das wohl keiner geglaubt. Riesen Leistung und ein riesen Ballast, der abfällt. Wir haben es geschafft, es war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende haben wir es uns verdient. Gruß nach Stadtallendorf und Pirmasens und vielen Dank! Unsere Jungs haben das heute super gemacht. Man hat gesehen, zu was die Jungs zu leisten imstande sind. Ich ziehe meinen Hut vor allen, auch um die Mannschaft herum. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir nicht wieder zittern müssen und uns neue Ziele setzen können. Dreieich wünschen wir alles Gute.“

(tw)

 

  • Hans-Hubert 5. Mai 2019 at 9:52

    Seit Wochen werden auch noch die wenigen treuen Fans vergrault. Hoffentlich schämt sich wenigstens irgendeiner in diesem Verein. Oder ist alles egal?

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