SCHD verliert Regionalliga-Abschied nach aufopferungsvollem Kampf mit 1:3

Abschied mit erhobenem Haupt: Der SC Hessen Dreieich verliert sein vorerst letztes Regionalligaspiel in Völklingen gegen den 1.FC Saarbrücken nach aufopferungsvollem Kampf mit 1:3 und zeigt gegen den Tabellenzweiten über weite Phasen die beste Leistung im Kalenderjahr 2019. Das Tor zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für Dreieich erzielte Kapitän Niko Opper mit dem Halbzeitpfiff.

Zum letzten Saisonspiel der ersten Regionalligasaison veränderte Trainer Volker Becker seine Elf im Vergleich zur Vorwoche gegen Freiburg auf insgesamt zwei Positionen, für Stürmer Tino Lagator startete Toni Reljic, Denis Streker wurde währenddessen von Winter-Neuzugang Hugo Colella ersetzt, der im Mittelfeld die Fäden ziehen sollte.

Bei angenehmen und sonnigen 25 Grad im Hermann-Neuberger-Stadion war zunächst der Tabellenzweite aus dem Saarland die tonangebende Mannschaft. Das zeigte sich bereits in der 7. Spielminute, als Pierre Kleinheider nach einem Schuss von Fabian Eisele das erste Mal zur Stelle sein musste. Nur eine Minute später dann die nächste Chance für die Saarländer, doch Jurcher setzte den Abschluss von der Sechzehnerkante flach am rechten Pfosten des Dreieicher Tores vorbei (8.).

Währenddessen versuchte der SC Hessen sich über lange Bälle zu entlasten, doch die blau-schwarzen Saarbrücker stellten die Dreieicher Spieler rechtzeitig, sodass die Überraschungs-Offensive um Außenverteidiger Nico Seegert und Loris Weiss zu Beginn des Spiels Mühe hatte, sich entsprechend in Szene zu setzen. Saarbrücken hingegen fehlte in der Anfangsphase oftmals der letzte Pass, dessen Ungenauigkeit beste Möglichkeiten verhinderte.

Eine dieser guten Möglichkeiten hatte dann hingegen Dreieich, nachdem die Saarbrücker Verteidigung zunächst unter einem hohen Ball durchsprang und Weiss letztlich an einer starken Reaktion des Saarbrücker Torwarts Ricco Cymer scheiterte (17.). Nach dem folgenden Eckball wurde es erneut hektisch um den Saarbrücker Sechzehner und es erzitterte plötzlich der Pfosten der Saarländer, ehe der Ball nach einem Talijan-Schuss knapp am langen Pfosten des Tores vom FCS-Torwart Cymer vorbeiflog (18.). Der SC Hessen plötzlich mit Riesenchancen, doch Cymer konnte nach einem Doppelpass zwischen Weiss und Reljic rechtzeitig klären (20.).

Der SCHD wurde mutiger und es wurde akrobatisch, doch ein Seitfallzieher von Aushilfsstürmer Nico Seegert fiel genau in die Arme des Saarbrücker Schlussmannes (28.). Aber auch auf der anderen Seite gab es gute Gelegenheiten, als Saarbrücken nach einem Dreieicher Querschläger plötzlich eine 3-zu-2-Überzahl um den Sechzehner herstellte. Den Schuss von Jurcher konnte Kleinheider jedoch mit einem guten Reflex parieren (31.). Nach einem schnell ausgeführten Freistoß dann der SC Hessen wieder mit einer guten Gelegenheit, doch Colellas Flachschuss blieb an einem eingelaufenen Saarbrücker Verteidiger hängen (33.). Saarbrücken schien vom Dauerdruck des SCHD überrascht und Lottner reagierte. Bereits nach 35 Minuten der erste Wechsel beim FCS, Miotke musste für Mendy den Platz verlassen.

Bis dato war es vielleicht sogar das beste Regionalligaspiel des SCHD im Jahre 2019, in dem man den in Rot gekleideten Dreieichern anmerkte, dass sie sich zum Saisonabschluss anständig verabschieden wollten. Dann war es jedoch wieder Saarbrücken, das in Völklingen offensiv auf sich aufmerksam machte, Eiseles Flachschuss trudelte knapp am langen Pfosten des „hessischen“ Gehäuses vorbei (40.).

Doch nicht nur Saarbrücken, auch Dreieich konnte sich kurz vor der Pause beim Aluminium bedanken: Nach einem Ballverlust von Henrich im Mittelfeld schalteten die Blau-Schwarzen aus dem Saarland blitzschnell um und hebelten mit einem Steilpass die halbe Dreieicher Hintermannschaft aus. Jänicke, der in nicht ganz optimaler Position durchgelaufen war, legte seinen Ball kurz vor dem Tor quer auf den besser postierten Jurcher, der mit seinem Schuss aus fünf Meter an der Latte scheiterte (44.).

Doch für den großen Paukenschlag vor der Pause sorgte der SC Hessen Dreieich: Mit dem letzten Angriff vor dem Pausenpfiff setzte Niko Opper zunächst einen Schuss gegen einen FCS-Verteidiger, den Nachschuss hingegen traf der Außenverteidiger perfekt und erzielte flach ins linke Eck das 1:0 für den SCHD, ehe der Schiedsrichter mit der überraschenden Führung zum Pausentee bat.

Nach der Pause setzte dann Saarbrücken wieder die erste Torannäherung, doch der Kopfball von Manuel Zeitz wurde zur leichten Beute für Pierre Kleinheider (53.). Dreieich entfachte frischen Offensivspielwitz, doch Colellas schönes Solo konnte nicht mit einer vorlagengebenden Flanke veredelt werden (54.). Das Hermann-Neuberger-Stadion wurde in der 57. Minute dann kurzzeitig zum Londoner Wembley, als ein Schuss von Eisele nach Ablage von Jurcher erst an die Unterkante der Latte und von der Linie in die Arme von Kleinheider sprang.

Doch auch Dreieich sorgte für Szenen, über die sich „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ freuen würde, als Alikhil eine flache Hereingabe aus zwei Metern noch über das Tor von Ricco Cymer legte (59.). Es wurde ruhig, bis Saarbrücken mit einem Doppelschlag eiskalt zuschlug. Während Eisele die Kugel zunächst flach an Kleinheider vorbei zum 1:1 ins Netz legte (67.), setzte der kurz zuvor eingewechselte Perdedaj nur eine Zeigerumdrehung später mit dem schnellen 2:1 für Saarbrücken nach (68.) und überrumpelte die Dreieicher Verteidigung. Dreieich schien dem Rückstand nun nicht mehr viel entgegensetzen zu können und Saarbrücken legte das 3:1 nach, als Marco Holz nach einem Pass in die Schnittstelle Kleinheider umkurvte und ins leere Tor einschob (75.).

Saarbrücken versuchte es nun aus der Distanz, konnte gute Abschlüsse wie den von Eisele in der 84. Minute jedoch nicht im Tor unterbringen. Vor 1.900 Zuschauern in Völklingen präsentierte der SC Hessen Dreieich – vor allem mit einer überragenden ersten Hälfte – eine seiner besseren Rückrundenleistungen, musste sich gegen einen stark aufspielenden Tabellenzweiten aus dem Saarland letztlich jedoch mit 1:3 geschlagen geben und trat vor zwanzig mitgereisten SCHD-Anhängern somit dennoch erhobenen Hauptes den Gang in die Hessenliga an.

Stimmen zum Spiel

Volker Becker (Trainer SC Hessen Dreieich): „Erstmal Kompliment an meine Jungs. Wir sind seit drei Wochen abgestiegen, fahren hier zur derzeit wahrscheinlich besten Regionalligamannschaft und haben gut gekämpft. Für uns war es heute keine leichte Situation. Ich hatte heute Morgen noch kurzfristig drei Krankmeldungen und dann legen die Spieler trotzdem so eine Leistung auf den Platz. Nach 70 Minuten hat man dann gesehen, warum wir diese Saison Letzter geworden sind. Die Kraft schwand, der Kopf war leer und dann fängst du schnell drei Gegentore. Jetzt sind wir froh, dass die Saison zu Ende ist und werden uns auf die neue Runde vorbereiten.“

Dirk Lottner (Trainer 1.FC Saarbrücken): „Wir wollten dieses Spiel vor heimischer Kulisse unbedingt gewinnen, Platz zwei verteidigen und unsere Spieler ordentlich verabschieden. Das haben wir geschafft. Über die Art und Weise müssen wir allerdings nochmal sprechen. Wir haben Dreieich eingeladen, sodass die gemerkt haben, dass sie doch mitspielen können. So sind wir unter Druck geraten. In eine solche Situation darfst du nicht kommen. Wir haben dann das Tempo erhöht und eine regionalligataugliche Leistung abgerufen, die du auch brauchst, um dein Spiel durchzuziehen. Wir bereiten uns jetzt auf das Saarlandpokalfinale vor und müssen gegen Elversberg eine Leistung auf den Platz bringen, die einem Gewinn eines Saarlandpokals würdig ist. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft heute nicht zufrieden.“

(tw)

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