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Sturmlauf in der zweiten Hälfte ohne Erfolg – SCHD verliert in Eddersheim

Das Anrennen kam zu spät: Der SC Hessen Dreieich verliert sein Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten FC Eddersheim und verpasst es, die englische Woche mit einem Sieg zu krönen. Dabei war es im zweiten Durchgang vor allem die mangelnde Chancenverwertung, die den SCHD um wichtige Punkte brachte.

Das Trainergespann um Lars Schmidt und Sven Kunisch veränderte seine Startelf im Vergleich zum  3:1-Heimsieg gegen den FSV Fernwald auf insgesamt drei Positionen. Die zurückgekehrten afghanischen Nationalspieler Alikhil und Amiri rotierten ebenso wie Elmir Muhic für Pitas, Filipovic und Opper in die Startelf, die zu Beginn an mit einer Dreierkette aufwartete.

Die gastgebenden Eddersheimer begannen stark und setzten den SCHD sofort unter Druck, sodass sich das Trainergespann dazu gezwungen sah, die anfängliche Dreierdefensive bereits in der 7. Minute auf eine Viererkette umzustellen.  Die Abstimmung schien noch nicht zu stimmen, da führte Eddersheim bereits mit 1:0. Dechert war nach einem langen Ball in die Spitze plötzlich alleine vor Dreieich-Torwart Wroblewski und ließ dem Keeper aus kurzer Distanz keinerlei Abwehrchance (8.). Bereits zuvor musste der Keeper in höchster Not retten,  als Philips nach einem Kopfball völlig unbedrängt auf das Tor zielen konnte (4.).

Nach dem Gegentor war der SC Hessen folglich bemüht, mehr Sicherheit in sein Spiel zu bekommen und dem Druck der Eddersheimer mit spielerischen Mitteln entgegenzuwirken. Es dauerte mehr als zwanzig Spielminuten, bis der SC Hessen die erste Chance verzeichnen konnte. Streker hatte sich nach einem Ballgewinn in der Vorwärtsbewegung bis zur Grundlinie durchgetankt und spielte einen flachen Ball in den Fünfmeterraum der Gastgeber, den Reljic jedoch um einen Schritt verpasste (22.).

Auf der anderen Seite wieder der Tabellenzweite aus Eddersheim, der mit Dechert einen Schuss aus elf Metern halbrechter Position abgab, diesen aber nicht im Tor unterbringen konnte (28.). Das gelang Dechert dann nur zwei Minuten später, als Talijan und Alikhil die Zuordnung verloren und der Eddersheimer Stürmer plötzlich vor Torwart Wroblewski auftauchte. Der Dreieicher Schlussmann war noch dran, konnte das Spielgerät jedoch nicht mehr entscheidend am Tor vorbeilenken – 2:0 (32.).

Auf der Gegenseite schlug Streker im Anschluss an eine Flanke auf den aufgerückten Innenverteidiger Talijan, dessen Kopfball allerdings in den Armen des Torhüters landete (38.). Dreieich fortan mit Flanken in die Mitte zum Erfolg zu kommen, vor der Halbzeit passierte aber nichts mehr, weshalb sich der SCHD mit einem 0:2-Rückstand zum Pausentee verabschieden musste.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war der SC Hessen um mehr Spielkontrolle bemüht, der letzte zündende Moment fehlte allerdings. Dagegen war es der Gast aus Eddersheim, der in der 50. Spielminute blitzschnell umschaltete, den Ball jedoch über das Tor legte. Nur eine Zeigerumdrehung später sah die Hintermannschaft der Rot-Weißen dann allerdings geschlagen aus, nachdem Muhic einen langen Ball an den Rücken des eingewechselten Bianco schlug und sich der FCE plötzlich in einer 2-gegen-1-Überzahl vor Wroblewski wiederfand. Eddersheims Torjäger Turgay Akbulut verfehlte das Tor jedoch um wenige Zentimeter (51.).

In der Folge hatte Varol Akgöz auf Dreieicher Seite zweimal die Gelegenheit den Ball gefährlich auf das Eddersheimer Gehäuse zu bringen, doch die in den Fünfmeterraum fliegenden Flanken wurden letztlich nicht mit einem Erfolgserlebnis gekrönt.  Auch in der 55. Minute war es der ehemalige Offenbach-Stürmer, der den Anschluss auf dem Kopf hatte, doch auch seine dritte Kopfballmöglichkeit segelte über den Querbalken.  Dreieich war nun besser in der Partie: Erst scheiterte Mladenovic mit einer sehenswerten Volleyabnahme an der Torgröße (59.), dann blieb Akgöz mit seinem Versuch aus spitzem Winkel an FCE-Keeper Miletic hängen (60.).

Auch fünf Minuten später ließ der SC Hessen aufhorchen. Denis Strekers Schuss landete allerdings in der einlaufenden FCE-Verteidigung (65.). Mit neun Mann umstellte der SCHD nun den Eddersheimer Strafraum, doch Miletic im Tor der Gastgeber war blendend aufgelegt. Erst konnte er einen flachen Versuch von Mladenovic zur Ecke abwehren (76.), dann reagierte er mit einem starken Reflex auf den folgenden Kopfball von Talijan (78.).

Es entwickelte sich ein Duell zwischen dem Dreieicher Innenverteidiger und Eddersheims Schlussmann, das der FCE-Schlussmann nur eine Minute später wieder für sich entscheiden konnte, als er einen Kopfball des Hünen erneut von der Linie kratzte (79.). Weitere Versuche von Lagator, Akgöz und Mladenovic landeten im Fangnetz und auch der weitere Sturmlauf wurde nicht belohnt. Doch während man sich auf Dreieicher Seite über die vergebenen Chancen ärgerte, lief die Schmidt-Elf in einen Konter der Gastgeber, der jedoch nicht den Ball ins Tor fand (86.).

Kurze Zeit darauf war Schluss. Mit 0:2 verliert der SC Hessen Dreieich beim Tabellenzweiten aus Eddersheim und kann sich nach einer dürftigen ersten Halbzeit im zweiten Durchgang nur eine mangelnde Chancenverwertung vorwerfen lassen. Im nächsten Spiel gegen den Tabellen-16. aus Steinbach muss der SCHD mehr aus seinen Möglichkeiten machen, um letztlich Zählbares mitnehmen zu können.

Stimmen zum Spiel

Lars Schmidt (Trainer SC Hessen Dreieich): „Es ist im Moment wirklich ein Problem bei uns, aus Abschlusssituationen einen Torerfolg zu kreieren. Wir haben uns viel vorgenommen, doch beide Tore waren Situationen, die definitiv zu verhindern gewesen wären. Da haben wir ein Mentalitätsproblem. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehrere Möglichkeiten, um das Ding noch anders zu gestalten, aber dann brauchst du dich letztlich nicht wundern, wenn du hier 0:2 verlierst. Das war ein Mentalitätssieg.“

Rouven Leopold (Trainer FC Eddersheim): „Ich war in einer zweiten Halbzeit lange nicht mehr so unentspannt wie heute. In der ersten Halbzeit hatten wir eine unbeschreibliche Geschwindigkeit im Umschaltspiel und den unbedingten Willen. In der zweiten Hälfte hat unsere Defensive das Spiel gewonnen. Wir hatten heute einen unbedingten Willen, das Spiel zu für uns zu gestalten und sind nun in der Spitzengruppe. Dreieich ist vom Mannschaftlichen definitiv nicht auf dem aktuellen Tabellenplatz zu sehen und wir können unsere Spitzenposition einordnen. Es macht Spaß da oben zu stehen und wir werden in den nächsten Wochen alles geben, um diese Platzierung zu verteidigen.“

(tw)

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